Mein steiniger Weg zur Trauung – Die Katastrophenhochzeit Teil 1

Ich werde heiraten. Hä? Wie? Was? Jap. Wenn ich bisher von meinem Mann gesprochen habe war das genau genommen nicht ganz korrekt, denn wir leben bisher in Sünde. Richtigerweise hätte ich von meinem Freund, meinem Partner oder Lebensgefährten oder wie auch immer man das nennen mag, sprechen müssen. Hab ich einfachheitshalber aber nicht. Außerdem sind wir schon so lange zusammen, dass er für mich bereits mein Mann ist. Mal abgesehen davon, dass wir zwei gemeinsame Kinder sowie gemeinsame Schulden für unsere Eigentumswohnung haben. Die Hochzeit ist also eigentlich das einzige, was bisher fehlt.

So viel zum nicht allzu spannenden Teil. Aber jetzt wirds lustig. Denn  nun – die Familie wartete schon seit Jahren darauf – haben wir beschlossen zu heiraten. Und wie der Weg zu unserer lang erwartetetn Hochzeit bisher läuft, berichte ich nun.

Steinig und holprig. So ist der Weg. Bisher.

Die Idee

In etwa folgender Dialog hat sich im Spätsommer letzten Jahres ereignet:

Ich: „Du, Schatz, was ist denn nun mit der Hochzeit? Machen wir das jetzt endlich mal oder was?“

Er: “ Mh. Ja, ok, wegen mir. Hab ja mal letztes Jahr im Standesamt angefragt wie das mit den Terminen und so ist und das ist kein Thema, da können wir ganz spontan sein.“

Ich: „Ok. Dann ruf ich da jetzt mal an und kläre alles, ja? Dass wir das jetzt auch endlich mal machen, ok?“

Er: „Ja, ja. Mach das.“

 

Romantisch, nicht? So stellt man sich das als Frau doch vor. Kein Antrag, kein Ring, keine Rede seitens des Mannes und anschließende innige Umarmung mit Tränen und Küssen. Nee, nee. Bei uns geht nichts nach Standard (Diejenigen, die wissen, wie meine Schwangerschaften abliefen, ist bereits klar, dass bei uns nichts „normal“ läuft).

Also habe ich im Oktober im Standesamt angerufen. Mit dem Plan noch Ende des Jahres ganz zwanglos und entspannst zu heiraten (Mann: „Das ist dann super wegen der Steuer.“ – ja, ja, die Romantik…)

Das Amt

Die Standesbeamtin ist ebenfalls enspannt was die Terminierung angeht und guckt im PC noch mal eben nach unseren Personalien – um dann zu sagen: „Ach, ihr Partner ist ja in Polen geboren. Da müssen Sie dann eine internationale Geburtsurkunde anfordern.“ Mh, ok. Das hat der Zukünftige offensichtlich damals nicht in Erfahrung gebracht, aber okay, das sollte sich machen lassen.

Ha! Nach einer Woche unzähliger erfolgloser Versuche irgend einen Menschen in der Polnischen Botschaft ans  Telefon zu bekommen (so sollten wirs laut der Dame vom Amt machen), haben wir aufgegeben und waren genervt. Also beschloss der liebe gebürtige Pole im Standesamt seine Geburtsorts in Polen anzurufen. An einem Samstag! Ich bin Urdeutsch und habe ihn  erstmal angeschaut, als hätte er nicht alle Tassen im Schrank. „Es ist Samstag, Schatz. Samstag!“ „Na probieren kann ich´s ja“, sagt er und ich lache verzweifelt und denke mir, dass er ruhig seine Zeit verschwenden soll, wenn er mag. Aber:  Er war erfolgreich! Unfassbar! Als würde irgend ein Mensch in Deutschland versuchen ein Amt an einem Samstag zu erreichen! Man ist ja schon froh unter der Woche einen Beamte ans Telefon zu kriegen.

Die nette Dame aus Polen jedenfalls war zwar nur die Notbesetzung aber sehr bemüht zu helfen. Mein Mann sollte nur noch schnell alles in eine EMail packen und dann würde sich die zuständige Person bei uns melden. Vorweg: Am Montag morgen um kurz nach 8 Uhr war die Antwort bereits da!!!! So etwas ist in Deutschland absolut unvorstellbar. In Polen ist ja gerade viel in Schieflage, aber hier muss ich sagen: Hut ab!

Kleines Problemchen: Die Email. Polnisch sprechen geht ganz gut, aber schreiben, oh je oh je. Mein Liebster saß also ca. 1 Stunde an der Email, die im Endeffekt etwa 2 Sätze enthielt. Große – und wohl sehr wichtige Frage in Polen – die korrekte Anrede. Denn Titel etc. sind dort wohl heilig. Nun gut. Nächstes Problem: das korrekte Wort für „Heiraten“. Die Polnische Sprache hat es echt in sich und ist meiner Meinung nach unerlernbar. Denn es gibt mehrere Möglichkeiten für das Wort „Heiraten“, je nachdem wen man heiraten will. Echt jetzt. Ob einen Mann oder eine Frau zum Beispiel. Und diese Worte haben dann auch noch gar nichts miteinander gemein. Verrückt.

Jedenfalls wurde die Email also letztlich in Polen verstanden und ruck zuck beantwortet. Man könne ja alles per Online Formular bestellen. Ok. Easy! Easy? Nöp. Denn ohne polnische Steuernummer ist das nicht möglich. Und die haben wir natürlich nicht. Also wieder in Polen angerufen, wieder gebeten worden eine Email zu schreiben, wieder stundenlang am Entwurf der Email gesessen, vorab Geld für die Urkunde überwiesen und ca. 3 Wochen später war sie dann da. In vielen Sprachen aber sehr kurz. Zu kurz. Ohne Zusätze wie ob bereits verheiratet etc., was das deutsche Amt eben eigentlich wissen will. Also wieder in Polen angerufen und wieder erklärt was notwendig ist. Ups, mh, so was haben wir nicht in internationaler Form, hieß es. Schreibt doch bitte eine Email. Halleluja. Schon wieder. „Schickt was ihr habt“, haben wir gesagt, und weitere 3 Wochen später kam dann eine weitere Urkunde. Diesmal nur auf Polnisch aber mit allen benötigten Infos. Seit meinem ersten Anruf auf dem deutschen Standesamt waren jetzt bereits läppische zwei Monate vergangen. Kleines Schmankerl: Die hochwertigen Urkunden aus Polen kamen per Einschreiben mit Unterschrift und waren günstiger! als die billige Kopie meiner per Handschrift!  ergänzten Geburtsurkunde, die mit normaler Post aus dem Nachbarort kam.

So, und dann war Weihnachten. Erreicht mal ein deutsches Amt zwischen den Feiertagen, ach was, vor dem 6. Januar! Ich liebe deutsche Ämter. Irgendwann aber hatten wir dann den Termin zur Anmeldung zur Eheschließung. Die schnelle Heirat noch im alten Jahr war allerdings schon leider nicht mehr möglich.

Die Anmeldung zur Eheschließung

Früher hieß das so nett „das Aufgebot bestellen“. Heute macht man schnell einen Termin zur „Anmeldung der Eheschließung“. Wenn alle Unterlagen da sind könnte man dann sogar sofort heiraten. Wir wollten aber zunächst mal nur die Anmeldung hinter uns bringen.

Großbaustelle rund ums Amt. Abend, da der Mann zwecks Unterschrift mit musste. Daher auch beide übermüdeten Kinder dabei. Feierabendverkehr, daher statt 5 Minuten 25 gebraucht. Also zu spät. Wegen der Baustelle keine Parkplätze weit und breit. Also lässt der Mann mich irgendwo an der Straße raus und ich renne mit dem Sohn durch Schlamm und Matsch im Regen über die Baustelle zum Amt, um dann, trotz Termin! und der und Verspätung eine Nummer ziehen zu dürfen! Hab ich schon erwähnt, dass ich deutsche Ämter liebe?

Die gute Ute, mit der ich den Termin vereinbart hatte, war nicht da, also durfte die Kollegin ran. Die hat offensichtlich solch einen Bock darauf, dass sie mir weder die Hand gegeben noch mich angeschaut hat, als sie uns ins Standesamtzimmer gebeten hat. Während mein Sohn müde jammert, dass er solch einen Hunger hat und es ihm außerdem langweilig ist, startet die Beamtin in beamtischer Lichtgeschwindigkeit ihren Job. Sprich sie war Null vorbereitet und musste erstmal wieder zurück laufen, um ihren Kalender zu holen um überhaupt schauen zu können, wann Termine für die Trauung frei sind. Nachdem sie weiß der Himmel was in ihrem PC geprüft hat, gefühlte zig Stundenlang, und mein Sohn sich mittlerweile auf den Boden in einem schlafähnlichen Zustand befand, fing die Gute dann mal an alles zu fragen und zu erklären. Der Mann hatte mittlerweile einen Parkplatz, dummerweise schlief die Tochter bereits im Kindersitz. Pech. Der Mann muss kommen zwecks Unterschrift. Auch er bekommt keine Hand gereicht. Die schnarchige Beamtin schreibt und guckt und macht und  – naja. Hab ich schon gesagt, wie toll ich deutsche Ämter finde?

Irgendwann waren wir dann beim Thema Nachname. Also ich werde, klassisch langweilig, den Namen meines Mannes annehmen. Dann heiße ich wie meine Schwiegermutter. Nichts gegen meine Schwiegermutter. Aber: DANN HEIßE ICH WIE MEINE SCHWIEGERMUTTER! Ihr versteht was ich meine. „Bei der Scheidung können Sie ja wieder Ihren Mädchennamen annehmen“, sagt die Unsympathische vom Amt. Meine Fresse, wo bin ich hier gelandet?! Da bin ich noch nicht mal verheiratet und schon geht´s  um die Scheidung.

Irgendwann waren wir fertig. Die Kinder fix und fertig.

Und dann ging es daran, es der Familie zu sagen. Auch dieser Teil lief bei uns nicht normal ab.

Fortsetzung folgt…..

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Kleine Pause – keine Zeit

Gott, watn Stress Leute! Ich komme zu gar nichts mehr. Das Schreiben muss leider ein bisschen pausieren.

Hier stehen große Ereignisse ins Haus und von „das machen wir schnell und unkompliziert mal eben neben her“ hat sich das ganze zu einem alles in Beschlag nehmende Thema samt vieler Termine, Telefonate und Diskussionen entwickelt.

Die nächste Woche wird sicherlich noch sehr nervenaufreibend, aber dann nehme ich mir endlich die Zeit und Berichte euch von dem Chaos, das ich gerade durchlebe.

Nicht wirklich Alltag in diesem AlltagsWirrSinn, aber definitiv irrsinnig und – manchmal – zum Lachen verrückt.

Seid gespannt! Ich verspreche euch, ihr kommt auf eure Kosten!

Ein extrem spannendes und abwechslungsreiches Wochenende

Achtung Sarkasmus! Ich hatte ein wahnsinnig aufregendes und abwechslungsreiches Wochenende mit meinen beiden Kleinkindern, und da ich so viel Spannung und Aufregung unbedingt mit euch teilen will, möchte ich euch ein paar Fakten zu diesen tollen zwei Tagen liefern.

Hier also mein Wochenende in Zahlen:

Samstag Morgen nach etwa 2 Stunden Schlaf total gerädert und übermüdet um 6 Uhr aufgestanden, da beide Kinder einen mega Schnupfen haben und die Nacht somit eine Katastrophe war. Super, dass der Mann auf Geschäftsreise war und erst am Abend zurück kam.

Bis um 8 Uhr gefühlte 75 Streits zwischen den Kindern geschlichtet, etliche Diskussionen über alles Mögliche geführt, wie die Auswahl des Brotaufstrichs oder warum es jetzt kein Fernsehen gibt.

Um 10.30Uhr mit beiden zum „Mittag“schlaf hingelegt, da beide so fertig waren von der Nacht, dass es nicht mehr anders ging. Mama muss natürlich mit ins Bett, sonst weigert sich Sohnemann zu schlafen, egal wie müde er ist. Minutenlang vom Sohn von links angehustet, parallel von rechts von der Tochter vollgerotzt. Ich harre nun der Dinge und warte, dass ich krank werde.

Nach 1,5 Stunden Mittagschlaf um 12 Uhr aufgestanden. Beide noch immer müde, ich am müdesten.

25 Heulattacken und Tobsuchtanfälle später endlich Mittagessen gegessen. Da nur Geheul, Gejammer und Theater, keine Zeit zum Kochen und daher für beide ein Babygläschen warm gemacht. Rabenmutter. Mir sowas von egal.

Quittung: Sohn kotzt sein Mittagessen auf die Couch. Also: 1 Mal Kotze von der Couch gewischt.

Reiht sich ein in 2 Mal Kackwindel gewechselt.

Zur Oma gefahren in der Hoffnung auf etwas Unterstützung und Ruhe. Lief auch wider Erwarten ganz gut.

18.30Uhr kam der Mann endlich heim. 20 Uhr Kinder im Bett gehabt. Völlig fertig auf der Couch zusammen gebrochen.

Sonntag aufstehen um 6. Klar.

Etliche Diskussionen und Heulattacken meines Sohnes überstanden.

1 Mal umgeschütteten Tee vom Boden/Tisch/Stuhl gewischt. Wohlgemerkt, dass ich so viel Spaß schon um 7 Uhr morgens habe.

2 Kackwindeln gewechselt.

Zu einer Aufführung von Nichte und Neffe gefahren. Sohn mit 1 Portion Pommes, Tochter mit 2 Stücken Kuchen ruhig gestellt. Beide dauerhaft auf meinen Schoß gehabt, da nur und ausschließlich Mama gewollt war an diesem Tag.

Nach der abendlichen Heimfahrt festgestellt, dass Madams Windel nicht durchgehalten hat und sie ganz nass ist. 1 Mal Umziehen angesagt.

Weitere Tobsuchtanfälle von Sohnemann überstanden. Wie immer wegen Kleinigkeiten.

Als die Kinder im Bett waren fix und alle auf der Couch zusammen gebrochen. Abendessen: zu platt zum Kochen also 1 Fertigpizza.

Um 21.30Uhr ins Bett gefallen.

Ungefähr 800 mal dieselben Bücher vorgelesen. Etwa 357 mal Kind 1 oder 2 getröstet. Circa 234 mal erklärt, dass Hauen, Zwicken, Treten NICHT ok ist. Viiiiele Male darum gebeten, die Spielsachen doch bitte miteinander zu teilen. 1046 mal die ein oder andere Kindernase geputzt. Um die 24 Popel entgegengestreckt bekommen. Zig mal angeniest worden. Mich an die 30 Mal gefragt, wie ich hier nur gelandet bin.

Das Wochenende über etwa 20 Mal das Bedürfnis nach einem Glas Wein gehabt, dem Bedürfnis aber nur 1 Mal nachgegeben.

 

Wer kann dieses Hammer Wochenende toppen?

Jetzt freue ich mich auf eine interessante Woche…..

Kindermund tut Wahrheit kund – Sprüche zum schlapp lachen

Mein 3-, fast 4-jähriger Sohn haut immer wieder Sätze raus, bei denen ich laut auflachen muss. Hier ein paar Highlights zum Mitlachen:

 

  • „Wenn du mir nicht xy gibst, bist du nicht mehr meine Mama.“ Tja, Pech gehabt, die bin ich immer, mein Schatz. Diese Drohung zieht also nicht.

 

  • „Mama, warum hast du so einen dicken Bauch? Den mag ich nicht, der soll weg.“ Ahhhh! Danke fürs Kompliment, mein Schatz. Umpf. Nur zur Klarstellung: Ich trage Größe 38/40.

 

  • „Schatz, zieh jetzt bitte deine Schuhe an.“ Ich werde ignoriert. „Schatz, jetzt zieh die Schuhe an!“. Ich werde ignoriert. „Schatz, Schuhe an, wir müssen los!“ Ignoriert. „Schuhe anziehen!!“ Ignoriert. „ZIEH! JETZT! DEINE! SCHUHE! AN!“  Sohn: „Mama, entspann dich.“

 

  • Sohn: „Mama, Klingen sind Messer, weißt du?“ Ich: „Ja, ich weiß was Klingen sind.“ Sohn, ganz ernst fragend: „Mama, was sind Klingen?“

 

  • Beim Lesen eines Ritterbuchs, in dem auch Gaukler und Jongleure sowie eine Magd zu sehen sind. Sohn: „Mama, was ist eine Magd?“ Ich: „Eine Frau, die putzt und kocht und aufräumt.“ Sohn: „Aha. Mama, dann bist du also eine Magd.“

 

  • Mein Sohn, nachdem er erst seit ein paar Tagen im Kindergarten war: „Ich habe heute mit dem Tobias und dem Jonas gespielt, aber wie die zwei Braunen hießen, weiß ich nicht.“

 

  • Mein Sohn weiß. „Bienen wohnen in einem Bienenkühlschrank.“

 

  • Mein dreieinhalbjähriger Sohn, als er mich völlig überfordert und fertig weinen sieht, vorwurfsvoll: „Mama, du darfst nicht weinen! Hör sofort auf! Mädchen dürfen nicht weinen, nur Jungs dürfen das.“

 

  • Sohn: „Der Papa und ich sind die Chefs. Der Papa ist nicht da, also bin ich der Bestimmer und ich bestimme jetzt, dass ich was Süßes bekomme.“

 

  • Sohn: „Wenn ein Tier hier rein komt, das krank ist, dann rufen wir den Jäger, damit der rein kommt und das Tier tot macht.“

 

  • Sohn: „Mama, meine Schwester ist frech. Die sperren wir jetzt in einen Käfig und lassen sie erst wieder raus, wenn sie wieder lieb ist.“

 

  • Sohn: „Oh. Gerade kam mir mein Essen wieder hoch. Den Spinat konnte ich sogar nochmal kauen.“

 

  • Sohn:“ Wenn mal ein Dinosaurier hier rein kommt, dann pinkel ich den einfach mit meinem Pipimann an.“

 

Fortsetzung folgt……Garantiert! 🙂

 

 

Die Sache mit dem Zucker. Was geschah, als ich meinem Sohn keine Süßigkeiten mehr gab

Das hier soll kein Ratgeber-Artikel werden. Ich möchte euch nicht sagen wie es „richtig“ geht. In meinen Augen gibt es hier nämlich kein wirkliches Richtig oder Falsch. Jeder muss für sich einen Weg finden mit diesem Thema umzugehen.

Auch bin ich weder Arzt noch Chemiker noch Ernährungswissenschaftler. Wer also wissen will, was Zucker so genau eigentlich mit unserem Körper anstellt, soll diese Berufsgruppen oder unserer aller Freund Google befragen.

Ich möchte einfach nur meine ganz persönlichen Erfahrungen mit meinem Sohn mit euch teilen. Vielleicht hilft das dem ein oder anderen ja, oder vielleicht hat noch jemand andere Ideen für mich. Dann immer her damit!

Grund, warum ich überhaupt so auf dieses Thema eingehe, ist, dass ich bei meinem Sohn ganz deutlich gemerkt habe, wie der Konsum von Süßem auf sein Verhalten Auswirkung hat. Je mehr Süßes desto schlechter gelaunt und desto mehr Geheule und Gemotze hatten wir am Tag.

 

Hier meine Erfahrungen:

Mein Sohn liebt Süßigkeiten. Logisch. Wer tut das nicht. Und ich Frage bewusst „wer“ und nicht „welches Kind“, denn auch wir Erwachsen lieben Süßes. Mich eingeschlossen. Was dem einen die Zigarette zum Kaffee ist, ist mir das Stück Schokolade. Mit Schoki schmeckt der Kaffee einfach noch besser. Und wenn ich Hunger habe und wenn’s schnell gehen muss, was im Mama-Alltag eigentlich immer der Fall ist, dann ist der Schokoriegel einfach eine tolle Sache, hätte man alternativ nur eine braune Banane. Also ja, auch ich liebe Süßes und ja, ich kann absolut verstehen, dass auch mein Sohn meint ohne Süßkram nicht leben zu können.

Aber nicht, wenn er deshalb zum Kotzbrocken mutiert!

Hier die drei Varianten, die wir zum Thema Süßigkeitenkonsum durchgemacht haben:

1.) Laisser-faire

Bleib locker!, dachte ich mir. So schlimm sind ein paar Gummibärchen und Smarties am Tag nicht. Er ist immerhin schon 3 1/2 , da essen alle Kinder gerne Süßes. Passt schon. Aber je mehr neue Sachen er kennen lernte, desto mehr und häufiger verlangte er danach. Und irgendwann hatten wir dann einen richtigen Kampf deswegen. Gerne schon morgens um 6 Uhr, weil er lieber ein Überraschungsei wollte statt eines Marmeladenbrots. Gab´s natürlich nicht. Also war Geheul und Geschrei angesagt. Zum Mittagessen das selbe. ERST wollte der Mini-Mann etwas Süßes haben und DANN etwas „Richtiges“. Da mich der Kampf am Morgen ermüdet hat,habe ich zum Mittag nachgegeben. Was soll´s, dachte ich. Ist doch egal, ob er die Süßigkeit vor oder nach dem Mittagessen isst, solange er überhaupt sein Mittagessen isst. Eine Zeit lang hat das auch funktioniert. Bis der Terror wieder los ging und er nach mehr und immer mehr Süßem gefragt, nein, es GEFORDERT hat, und sein Mittagessen kaum noch angerührt hat.

Natürlich habe ich gegoogelt bis die Tasten geglüht haben, was ich jetzt am besten mache. Eine Mutter berichtetet davon, dass sie ihren Kindern erlaubt, so viel zu essen bis sie Bauchschmerzen haben, bis ihnen schlecht ist, so nach dem Motto, dann merken sie schon wie schlecht es ihnen mit Süßigkeiten geht und mäßigen sich von alleine. Bei ihr hat das anscheinend geklappt. Gratulation! Bei uns nicht. Sohnemann hat Süßigkeiten in sich rein gestopft, dass mir vom Zuschauen schlecht wurde. Ihm aber nicht. Auch keine Bauchschmerzen. Keinerlei Erziehungseffekt also. Habe das Experiment sofort wieder aufgegeben und etwas anderes probiert.

2.) Die Süßigkeitendose

Ich habe dem Süßigkeitenmonster am Morgen eine (kleine!) Dose mit Süßkram befüllt, welche er im Laufe des Tages essen dufte. Und zwar erst ab NACH dem Kindergarten. Wenn er alles auf einmal futtert, ok, Pech gehabt, wenn er sich alles bis zum Abend einteilt, auch gut. Das hat super funktioniert. Ein paar Tage lang. Dann ging der Kampf weiter, sobald die Schüssel leer war. Was gerne auch mal 10 Minuten nach Beendigung des Mittagessens war. „Mama, ich will mehr!“, rief er dann ganz ungehalten. Wenn ich ihn an unsere Abmachung erinnert habe, dass er NUR das in der Schüssel bekommt und dann ist Ende, schrie er und heulte und forderte und forderte…

3.) KEINE Süßigkeiten mehr

Wir haben das schon einmal erfolgreich gemacht (dann kam die Weihnachtszeit und hat alles beendet und er wurde wieder unausstehlich so wie vorher) und machen es jetzt wieder: Unser Sohn bekommt KEINE Süßigkeiten mehr. Klar isst er morgens sein Marmeladebrot, am Wochenende darf er sogar Nutella haben, und wenn wir irgendwo sind, wo es Süßes gibt, darf er das genau wie allen anderen natürlich auch. Aber zu Hause gilt: KEINE Süßigkeiten mehr. Nix mit Schokolade, Ü-Ei und Gummibärchen mehr.

UND ES FUNKTIONIERT! 

Er ist besser gelaunt, er weint und schimpft weniger, er ist ausgeglichener geworden, er verbringt seine Zeit damit, etwas anderes zu tun als im Sekundentakt nach Süßem zu fragen! Natürlich fragt er dennoch jeden Tag, ob er nicht doch – ausnahmsweise – etwas bekommen kann. Aber dann erkläre ich ihm, dass es ihm doch ohne besser geht, und dann ist gut. Er fragt nicht wieder und spielt ruhig weiter. Er weiß, an einem besonderen Tag bekommt er natürlich auch mal eine Süßigkeit. Daher fragt er immer wieder, wann denn ein besonderer Tag sei. Meine Antwort ist dann z.B. „An deinem Geburtstag.“ Meistens reicht das schon als Antwort (klar kennt er die zeitlichen Dimensionen noch nicht).

Aber er sitzt jetzt nicht mehr morgens um 6 schon weinend am Esstisch und schluchzt, weil er ENDLICH eine Süßigkeit haben will. Das ist passé. Und es geht ihm gut damit. Selbstverständlich achten wir darauf, dass wir uns nicht vor seinen Augen einen Schokoriegel rein stopfen. Das wäre ja Folter. Keine Sorge.

 

Für alle, denen das zu streng klingt: Kann ich verstehen. Aber ihr wart nie hier und habt erlebt, wie er minutenlang auf dem Boden liegt und heult und schimpft nur wegen eines Stücks Schokolade. Und wie er, nachdem er es hatte, direkt weiter gemotzt hat, weil er nochmal etwas wollte, und nochmal und nochmal. Das wurde immer schlimmer und hat irgendwann den ganzen Tag bestimmt.

Ich bin realistisch und weiß nicht, wie lange wir das so durchziehen können. Aber für den Moment funktioniert es.

Wer hat auch solche Geschichten zu berichten?

Außergewöhnliche Beschäftigungsideen für Kleinkinder

Nicht, dass ich super kreativ wäre. Nee, nee. Die Minis suchen sich ihren Weg zur Beschäftigung selbst. Letztendlich braucht man keine Spielsachen, Alltagsgegenstände reichen vollkommen. Folgende „Spielsachen“ haben sie sich ganz alleine als solche ausgesucht:

 

Kaffeekapseln

„Mama, ich helfe dir.“ So fing es an. Eine neue Ladung lebensnotwendiger Kaffeekapseln musste in die Dose, in der ich sie aufbewahre. Also habe ich meinem Sohn ein paar Stangen Kapseln in die Hand gedrückt – und er war beschäftigt. Packungen aufreißen, Kapseln rausschütteln, nach Farbe sortieren, zu Haufen aufschichten, Türmchen bauen, umgestürzte Türme neu aufbauen, etc. Super Beschäftigung für einige Zeit. Immer, wenn ich jetzt Kapselnachschub brauche, rufe ich meinen Sohn, und weiß, ich habe jetzt ein paar Minuten Ruhe.

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Tupper

Sämtliche meine Tupperdosen wohnen bei uns in einer bodennahen Schublade in der Küche. Prädestiniert dafür als Spielzeug für meine entdeckungsfreudige Tochter zu dienen. Oft stört es mich, wenn sie eine Dose nach der anderen herauszieht, denn eigentlich hatte ich in der Schublade mal ein System. Jetzt halt nicht mehr. Manchmal schimpfe ich sie, wenn sie Dosen und Deckel herausholt und oftmals leider auch noch ansabbert. Aber manchmal, wenn ich mal fünf Minuten durchatmen muss, oder einfach nur mal ohne Hintergrundgebrüll telefonieren will, lasse ich sie machen. Sie hat dann Spaß und ist beschäftigt, und ich habe ein paar Minuten Ruhe (bevor ICH alles wieder einsammeln und in die Schublade zurück stopfen muss).

 

Wäscheklammern

Auch die Wäscheklammern lagern leider bei uns in Kinderreichweite. Und irgendwann hat meine Tochter, die Weltmeisterin im Schubladen öffnen und alles quer durch die Bude verteilen ist, auch die Wäscheklammern von ihrem tristen Dasein befreit und zum Spielzeug umfunktioniert. Mein Sohn, mit seinen drei Jahren schon etwas kreativer, hat gleich den Vorteil dieses neuen Spielzeugs erkannt und fing direkt an Tiere u.a. damit zu bauen. Er bastelt also Tiere und andere Dinge (Ich: „Oh toll, ein Pferd.“ Er: „Nein, Mama, das ist doch ein Boot!“) und meine Tochter sabbert die Klammern an oder legt sie in diverse ihrer Meinung nach dafür bestens geeignete Schachteln oder Kisten (gerne in die Tupperdosen, die sie kurz zuvor aus der Schublade gezerrt hat).

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Tampons

Jap. Ohne Scheiß. Tampons. Da stand ich eines Tages unter der Dusche und als ich so durch den Dunst durch die Glasscheibe gucke sehe ich, wie meine Tochter auf dem Boden sitzt, die Schublade, in der Toilettenpapier und Tampons lagern, geöffnet, und rund um sie herum waren zig Tampons verteilt. Ahhhh! Aber: sie war still und beschäftigt. Sie saß da und holte die Tampons aus der Schachtel und legte sie anschließend wieder hinein. Ich habe schnell den Vorteil erkannt und lasse sie (meisten) machen. Mein Sohn wiederum hat ganz schnell ein Spiel daraus kreiert. Jetzt werden die Tampons nach Farben und Größe sortiert. Solange keiner die Dinger in den Mund nimmt und sie anschließend brav wieder eingeräumt werden (was zugegeben immer einiges Ermahnen meinerseits erfordert) ist es ok für mich, wenn die Minis damit spielen. Denn dann kann ich mich tatsächlich mal in Ruhe im Bad fertig machen. Super! Und erst heute hat meine Kleine sich schön ruhig mit den Tampons beschäftigt, so dass ich ganz in Ruhe die Bäder putzen konnte, ohne dass sie dabei versucht hat ins Klo zu springen oder die Badewanne zu kapern. Tampons sind halt doch eine tolle Erfindung.

 

Kartons

Egal wie groß. Die Mäuse versuchen immer rein zu kriechen und darin zu spielen. Manchmal hält der Karton länger durch, manchmal ist er ziemlich schnell kaputt gespielt. Egal. Immerhin hat er die Kleinen eine Weile beschäftigt. Hat also auch Vorteile, wenn man einen bestellwütigen Mann hat und regelmäßig DHL und Co. die Tür öffnen darf.

 

Staubsauger

Von meinem Freund, dem Staubsaugerroboter, habe ich schon das ein oder andere Mal berichtet. Er ist halt einfach super! Nicht unbedingt als Staubsauger (da ist er ok, aber ein Durchsaugen mit seinem großen Bruder, dem richtigen Staubsauger, bleibt einem nicht erspart), sondern als Kinderbeschäftigungsmaschine. Wie lustig sie es finden hinter ihm durch die Wohnung zu krabbeln, sich ihm in den Weg zu setzten, Lego u.a. auf ihn zu stellen und mit ihm mitfahren zu lassen. Sehr süß! Das bringt mir wieder ein paar Minuten, die ich mich anderem widmen kann, und wenn es nur mal eine weitere dringen notwendige Tasse Kaffee ist. Und mit viel Glück saugt der Kleine sogar tatsächlich ein paar allgegenwärtigen Krümel auf. Win-Win also.

 

Und was natürlich immer geht: leere Plastikflaschen und Basteleien aller Art aus Klorollen.

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OK. Klar muss ich auch zugeben, dass es oftmals ziemlich nervig ist, wenn Madame absolut alle Schubladen aufzieht und alles daraus heraus zieht. Wenn einfach alles rum liegt und die Bude wie explodiert aussieht ist das schon ätzend. Es kommt letztlich auf den Tag an und meine Laune, ob ich den Vorteil darin sehe, dass sie (und mein Sohn) beschäftigt sind, oder ob es mir mehr auf den Geist geht, dass vieles, was eigentlich nichts in Kinderhänden zu suchen hat, herum liegt. Über einen Mangel an Kreativität meiner Kinder muss ich mich zumindest nicht beklagen.

Und ab und zu sind ein paar freie Minuten zum Durchatmen  zu haben, sind- auch im Chaos – einfach unersätzlich.

Wenn das Kind krank ist….

….ist Mama am Arsch.

Madame hat sich dafür entschieden gestern Mittag mal eben ein ordentliches Fieber zu entwickeln. Einfach so. Weitere Symptome hat sie nicht. Also kuschel ich seit gestern Mittag ununterbrochen mit meiner 15 Monate alten Tochter.

Klar ist ja sowieso, dass Kinder grundsätzlich spät abends/nachts krank werden oder am Wochenende. Das ist einfach so!

Die erste Nachthälfte war Gebrüll,  die zweite hat sie dann schwitzend AUF mir geschlafen. Und ja,  zwischendurch konnte ich tatsächlich auch mal eine Mütze Schlaf ergattern. Immerhin.

Beim Aufstehen immer noch Fieber. Wir kuscheln weiter. Denn jeder andere Ort außer AUF ihrer Mama ist für Sie keine Option. Klar.

Der Vorteil daran, dass jetzt Wochenende ist, ist, dass mein Mann da ist und um den dreijährigen Sohn kümmern kann. Klappt bisher halbwegs. Da ist noch Potential zur Verbesserung da. Denn die zwei „Männer“ haben sich bereits- aus was für Gründen auch immer- gestritten woraufhin mein Sohn Rotz und Wasser heulend angerannt kam um sich auf mich (und so mit seine Schwester) zu schmeißen um getröstet zu werden. Natürlich war Madame dann wieder wach. Vorteil 2: während die Kranke auf mir schläft habe ich Zeit zu bloggen, zu surfen und zu lesen welchen Hirnscheiß Trump neuerdings wieder von sich gibt. Vorteil 3: die Wochenendplanung,  über die ich mir seit gestern Morgen Gedanken mache,  hat sich nun erübrigt.

Dummerweise wird mein sowieso stets im Chaos versinkender Haushalt weiter leiden müssen und mein Mann- ist halt ein Mann- wird schon voll auf damit beschäftigt sein unseren Sohn zu bespaßen,  der wird im Haushalt also definitiv auch nichts erledigen. Naja. Bleiben die vollgepinkelten Hosen und schlammverkrusteten Jacken vom Sohnemann halt weiterhin vollgepinkelt und schlammverkrustet. Egal.

Immerhin hatte ich schon meinen lebensnotwendigen Kaffee. Ist ja auch „schon“ 9.30 Uhr.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!