Ein Badeerlebnis

Seit Tagen hatten wir vor unserem Sohn die Haare zu schneiden, die mittlerweile so lang waren, dass sie über die Ohren wucherten und ich kurz davor war Haarspangen für ihn zu kaufen. Also stand das Haare schneiden für gestern Abend fest auf dem Plan. Da es wieder einmal ein sehr heißer Tag war war für beide Mäuse außerdem baden angesagt. Also erst die Madame in die Wanne gesetzt, die vergnügt mit den dicken Beinchen im Wasser gezappelt hat um dann in ohrenbetäubender Lautstärke loszubrüllen, als sie rausgeholt wurde. Während ich sie also mit klingelnden Ohren und unter protestierendem Zappeln versucht habe abzutrocknen konnte ich aufgrund des Lärms nur durch Lippenablesen erkennen, was mein Sohn vor sich hinlaberte: „Mama, darf ich endlich in die Wanne? Darf ich? Darf ich?“

Während ich den dicken Mops nach halbwegs erfolgreichem Abtrocknen und Windel anziehen auf den Arm nahm (gefolgt von plötzlicher Ruhe – war ja klar) bereitete mein Mann den Haartrimmer vor um unserem Sohn die Wolle vom Kopf zu schären. Solange die Jungs mit Haareschneiden beschäftigt waren habe ich die Dicke gefüttert. (Es gibt eigentlich nur zwei Situationen, in denen meine Tochter nicht brüllt. Wenn sie von mir getragen wird oder wenn sie am Essen ist). Das Schären war beendet, der Kleine saß in der Wanne da hat sich der Papa um sein Töchterchen gekümmert (standardmäßig ist bei uns die Aufteilung des Kümmerns so: Papa – Sohn, Mama – Tochter) und ich hatte das spaßige Vergnügen die unzähligen Haare vom Badezimmerboden aufzusaugen. Anschließend habe ich meinem Sohn den Kopf eingeseift („Mama, heute mal ohne Haarewaschen, okay?“ – „Äh nein. Du hast überall Haare kleben, ich muss dir den Kopf waschen“. Schimpf, grummel, maul) währenddessen ich vergnügtes Lachen von Papa und Tochter aus dem Wohnzimmer höre.

Keine Sorge, jetzt kommt der spaßige Teil. Da auch ich tagsüber geschwitzt hatte, wollte ich auch schnell unter die Dusche hüpfen. Also habe ich mich ausgezogen und mein Handtuch bereit gelegt um dann noch schnell meinen Sohn zu informieren: „Maus, ich spring schnell unter die Dusche und danach hole ich dich aus der Wanne, ok?“ „Aber ich muss Kacka.“ „Was, jetzt? Ehrlich?“ Kopfschütteln. „Also doch nicht?“ Schweigen. Nackt und bereit die Duschtür zu öffnen frage ich: „Musst du jetzt Kacka oder nicht?“ Gleichzeitiges Kopfschütteln und Nicken. „Maus, ich will duschen! Musst du Kacka – ja oder nein?“ „Ja. Mein Po tut weh.“ Alles klar. Das ist bei meinem Sohn das Zeichen, dass er dringend auf den Pott muss.

Also dusche ich meinem Sohn schnell die Haare, die überall in der Wanne schwimmen und jetzt auf seinem Körper kleben, ab und hieve die 17Kg Kind aus der Wanne. „Mama! Ich will nach dem Kacka machen aber weiter baden!“ Es ist schon relativ spät und das Badewasser ist verseucht mit unendlich vielen Haaren, also kommt das nicht in Frage, aber bevor er vor lauter Jammern und Protestieren den Weg zur Toilette nicht antritt und mir auf den Badezimmerteppich kackt sage ich nur „Ja,Ja“ und schicke ihn ins andere Badezimmer, wo sein Kloaufsatz mit Treppe steht (super Teil! Ich war anfangs skeptisch aber das Ding ist jeden Penny wert). Ich nutze die Zeit, die mein Sohn braucht um sein Häufchen zu legen und reinige die Badewanne und die ca. 850 benutzten Spielzeuge, die er natürlich alle UNBEDINGT gebraucht hat,  von Badeschaum und Haaren – natürlich weiterhin splitternackt. Ich bin fast fertig da höre ich das sanfte Stimmchen meines Sohnes voller Stolz brüllen . „Mamaaaaa! Ich habe Kacka gemaaaacht!“ Ach wie das Mutterherz sich da freut. Also laufe ich nackt wie Gott und zwei Schwangerschaften mich schufen ins andere Bad rüber als ich ein dumpfes“Umpf!“ aus dem Wohnzimmer höre. „Was ist?“, rufe ich. „Die Windel war nicht dicht und jetzt hat sie die Couch vollgepinkelt“, kriege ich zur Antwort. Oh Mann. Mann! Was kann man da nur machen? „Mach ihr ne frische Windel“, rufe ich und gehe zu meinem Sohn.

Der empfängt mich mit freudestrahlendem Gesicht und stolzgeschwellter Brust. „Ich habe Kacka gemacht, Mama, riechst du es?“. Oh ja! Es ist leider nicht zu überriechen. Der Kackbär beugt sich also vor, so dass ich mich bewaffnet mit Klopapier und Feuchttüchern über ihn beugen kann um seinen Hintern sauber zu machen, wobei ich einen prima Blick in die Schüssel und auf seine enorme Hinterlassenschaft habe. („Mama, ich will auch mal gucken!“) Herrlich. Das macht immer wieder Freude. Nachdem alles sauber ist eilt der Kleine zu seinem Papa und hat zum Glück vergessen, dass er nach vollbrachter Tat weiter baden wollte und ich komme endlich noch dazu unter die Dusche zu hüpfen. Natürlich im Turbogang, da meine Kleine jetzt gemerkt hat, dass sie ja gar nicht auf Mamas Arm ist und wieder einmal aus Leibeskräften brüllt.

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