Workout für Mamas

Das Thema Sport ist ein Großes für Mamas. Schließlich hat man in der Schwangerschaft einen Haufen Kilos zugenommen, ist hormonbedingt wabbelig und schwabbelig geworden und hat sich eventuell mit Fressattacken a la Milchschnitte mit Senf nicht allzu gesund ernährt.

Es gibt eine Menge Sportangebote für Frisch-Mamas. In Gruppen mit dem Kinderwagen durch den Park joggen, Gymnastik samt Baby in der Babytrage, Yoga für Mama und Baby und – was ich nie verstehen werde – Rückbildungsgymnastik MIT Baby. Nach einer Geburt ist man sowas von nicht in Form, da ist man bei der Rückbildung mit Atmen und nicht sterben beschäftigt, ich weiß ehrlich nicht wie man sich da nebenbei noch um ein brüllendes Neugeborenes kümmern soll.

So. Ich habe nichts der oben beschriebenen Sachen gemacht außer der Rückbildung, und die Gott sei Dank OHNE Baby. Aber natürlich habe ich mir wie jede Mama vorgenommen meinen ausgeleierten Körper zu Hause wieder in Form zu bringen, wenn Baby brav Schläfchen hält. Lustig. Während ich das schreibe muss ich selbst lachen. Denn um Sport zu machen muss man erstens den inneren Schweinehund überwinden, was ich bis heute nicht geschafft habe, und man muss zweitens die tausend anderen Dinge, die man tun könnte, wenn Baby schläft, etwa mal aufräumen, putzen, Rechnungen bezahlen, bloggen oder einfach mal selbst schlafen, auf Priorität 2 bis 2.000 schieben. Und das hab ich noch nie geschafft wie ich leider gestehen muss. 🙂

Aber hey, es ist nicht so, dass ich mich nicht bewegen würde. Nein, denn ICH BIN MUTTER. Und wie jede Mutter weiß ist man als Mama den ganzen Tag in Bewegung.

Morgens, wenn der Hahn kräht, äh, meine Tochter, dann hieve ich sie mir auf die Hüfte und schleppe sie ins Wohnzimmer. Im Laufe des Tages schleppe ich den kleinen Brocken etwa 8.000 mal irgendwohin, weil die Heulboje brüllt, sobald Mama außer Sicht ist, und das machen meine Nerven nicht lange mit. Also trage ich sie von Zimmer zu Zimmer, klar, auch mit aufs Klo, setzte in ihren Hochstuhl, hieve sie wieder raus, in den Kinderwagen, ins Auto etc.

Apropos Auto. einkaufen ist auch so ein Mordsspaß. Mit beiden Kindern einkaufen zu gehen vermeide ich, wenn es geht. Das ist nämlich alles andere als lustig. Also gehe ich, wenn der große im Kindergarten ist nur mit meiner Kleinen. Ich schleppe also sie auf dem einem Arm und zwei Taschen für die Einkäufe im anderen Arm in die Tiefgarage und los geht´s. Wenn wir dann zurück kommen, das ganze Retour. Den 10Kilo Brocken im einen Arm, die vollgepackte Tasche mit den langen Tragegriffen wuchte ich mir über die Schulter, die andere volle Tasche habe ich in der freien Hand. Und dann manövriere ich uns schwitzend und stöhnend durch zwei schwere Brandschutztüren aus der Tiefgarage bis zum Fahrstuhl, der gefühlt mal wieder aus dem 100sten Stock angeschlichen kommt, fahre hoch, fummele den Schlüsse irgendwie zu Tage, schließe auf, setzte Kind und Taschen ab und kollabiere fast. In der Regel sind dann immer noch Einkäufe im Auto, die da gerne auch mal bis zum nächsten Tag noch liegen.

Sportlich ging es auch neulich zu. Ich habe meinen Sohn gebeten seine Schwester bitte kurz nicht zu ärgern und sich selbst nicht zu verletzten um mal schnell den überquellenden Müll rauszutragen. Ich wuchte mir also den Korb mit dem Altpapier auf die linke Hüfte und schleppe diesen sowie in der rechten Hand eine Tüte mit Hausmüll sowie eine lecker duftende randvolle Mülltüte voller Windeln zu den Müllcontainern. Ich war keine 30 Sekunden weg, aber als ich um gefühlte 8 Kilo leichter zurück komme, höre ich meinen Sohn schon durch die geschlossene Wohnungstür laut heulen. Mein erster Gedanke ist, das was passiert ist. Aber meine Tochter guckt mich fröhlich mit ihren großen Augen auf dem Flurboden liegend an …. während mein Sohn tränenüberströmt laut jammernd in der Tür zum Badezimmer steht „Mamaaaaa, ich hab Kacka in die Hose gemacht.“ Oh wie ich mich freue. Jetzt nicht schimpfen, er ist ja bereits aufgelöst genug wegen dieses „Unfalls“. Auf meine dämliche Frage, warum er nicht rechtzeitig aufs Klo gegangen ist, bekomme ich die einzig logische Antwort. Er hats nicht rechtzeitig geschafft. Ich hebe den 17Kilo Mini-Mann also in die Wanne, ziehe ihm Hose und Unterhose runter – würg – ärgere mich dann, dass ich so doof war die Socken nicht vorher auszuziehen, denn die sind jetzt natürlich auch schmutzig und stehe dann da und weiß gar nicht was ich machen soll. Mein Sohn trinkt nämlich sehr viel dementsprechend ist sein Stuhl immer von sehr matschiger Konsistenz. Während der Kackmeister verschämt weiter heult flitze ich also erstmal schnell in die Küche und hole mir Einmalhandschuhe („MAMA! Du sollst nicht weggehen, Ich hab doch überall Kackaaaaa.“), ziehe sie über, schnappe mir eine Küchenrolle, rase ins Bad, putze den größten Haufen mit der Küchenrolle auf, nehme den duftenden Berg samt voller Unterhose, die ich im Leben nicht mehr waschen würde, renne zurück in die Küche, werfe die Bescherung in den Müll („Mamaaaa, komm zurück.“), renne zurück ins Bad, dusche meinem Sohn Hintern und Beine ab, wische die Wanne aus, entsorge die Handschuhe, hieve meinen schniefenden Sohn aus der Wanne, stelle beim Abtrocknen fest, dass ich nicht gründlich genug gewaschen habe, ärgere mich wie die Sau, hieve ihn wieder in die Wanne, dusche ihn erneut ab, hebe ihn wieder raus und reibe ihn trocken. Er friert jetzt, mir ist heiß. Wieder 50 Kalorien verbraucht- sehen wir´s mal positiv.

Oder nehmen wir mal das Ins-Bett-Bringen meiner Tochter. Das ist echtes Armmuskeltraining. Bei ihr ist nämlich nichts mit einfach hinlegen, Gute Nacht Sagen und fertig. Nee, nee. Aber vorweg: Ja, ich kenne das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ und ja, ich habe es angewendet und ja, es hat super funktioniert, und nein, jetzt funktioniert es eben nicht mehr, jetzt ist es schlimmer als je zuvor. Wenn ich sie abends hinlege, dann erst, wenn sie schon richtig, richtig müde ist, damit es „schnell“ geht. Das heißt ich nehme sie auf den Arm in liegender Position und schaukele sie im dunklen Schlafzimmer sanft hin und her. Was dann passiert könnt ihr in meinem Eintrag „Guantanamo“ nachlesen. Ich schaukle und schaukle also, meine Arme werden schwerer und schwerer, der Atmen meiner Tochter auch, ich juble im Stillen und lege sie sanft ins Bett – woraufhin sie zu schimpfen und motzen anfängt und ich die Schaukelei wieder aufnehme. Der zeitraubende Spaß geht dann mehrmals so hin und her und dauert im Schnitt so etwa 30 Minuten lang. Danach sind meine Arme schwer wie Blei. Bald sehe ich aus wie Popay.

So. Das waren nur mal Beispiele für mein tägliches Mama-Workout. Und da meine Kids Frühaufsteher sind hat mein Tag etwa 14 Stunden, da kommt einiges Hieven, Tragen und Rennen zusammen. Ist leider kein Bauch-Beine-Po Training, ok, aber ne Couchpotato bin ich auch nicht gerade.

Ein Kommentar zu „Workout für Mamas

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