Tipps für Mütter oder Die anderen wissen es immer besser

Neu-Mamas oder solche, die es bald werden, haben immer Sorgen und Ängste, ob sie auch alles richtig machen. Ich denke sowas wie „richtig und falsch“ gibt es nicht. Klar, schlagen ist definitiv falsch, darüber muss man nicht reden. Aber mir geht es hier um etwas anderes. Denn als frischgebackene Mutter steht man erst einmal vor enormen Herausforderungen und hat ständig Angst etwas falsch zu machen. Mein Tipp für alle, die diese Ängste haben (und mit meiner Erfahrung als Zweifach-Mama) ist: IHR MACHT ES RICHTIG! Denn NUR DU als Mutter kennst dein Kind ganz genau und KEIN anderer. Und damit machst du intuitiv alles richtig.

Klar liest man Ratgeber, stöbert im Internet und lässt sich gerne von Verwandten und Freunden Tipps geben. Das ist auch gut und in Ordnung so. Aber letztlich ist man doch immer wieder verunsichert, weil man unterschiedliches liest und jeder was anderes sagt. Auch ich habe mich immer wieder verunsichern lassen, das ist heute noch der Fall. Und gerade weil es mir selbst manchmal so schwer fällt auf meine eigene Intuition und meine eignen Gefühle zu hören will ich diesen Tipp weiter geben: SCH… auf die anderen und mach wie du denkst. Das ist der einzige Weg wie du als Mama zufrieden sein kannst, und nur eine zufriedene, glückliche Mama hat glückliche Kinder.

Ein paar Beispiele aus meinem Erfahrungsschatz:

Thema Stillen: Meine Tochter nimmt keine Flasche und keine Schnuller. SIE NIMMT SIE NICHT! Ende. Daher habe ich sie viel länger gestillt als ich je vor hatte. Die Alternative wäre gewesen sie hungern zu lassen, was keine ist. Brei hat sie erst nach einem Monat harten Trainings endlich auch runtergeschluckt. Also habe ich gestillt bis sie 10 Monate alt war, am Schluss nur noch nachts, und das auch immer weniger. Die Kommentare dazu waren unterschiedlich. Oma 1.“ Waaas? Du stillst immer noch? Damit muss jetzt aber Schluss sein.“ Ich: „Warum? Sie nimmt keine Flasche und ihr Bruder hat bis er eineinhalb war die Flasche bekommen. Da hat auch keiner was gesagt.“ Oma 1:“ Ja die Flasche ist ja ok. Aber du kannst doch nicht so lange stillen.“ Ich: „Warum nicht?“ Oma1: „Ach komm! Pfui. Geb ihr halt die Flasche. Wenn sie wirklich Hunger hat nimmt sie die auch. Und wenn du sie ihr eine Stunde lang immer wieder rein stopfst und sie dabei brüllt. Sie wird sie schon nehmen.“ Ähhhh. Hallo? Das klingt für mich nach Folter. Warum sollte ich sowas tun. Warum ist es so schlimm sie mit 10 Monaten „noch“ zu stillen?

Ganz anders Oma 2: „Oh?! Du hast jetzt aufgehört zu stillen? Auch nachts? Dabei ist stillen doch so gesund für das Kind.“ Tja, man kann´s keinem Recht machen. Für mich und meine Tochter war es ok solange zu stillen. Und Schluss war von allein. Ich hatte keine Milch mehr uns sie wollte nicht mehr an die Brust. Das war letztlich doch die perfekte Konstellation. Die Dinge regeln sich manchmal von selbst.

Am besten wissen es natürlich die Männer. Zumindest meiner 😉 Wenn das Baby weinte, egal ob Sohn oder Tochter, kam immer die Aussage „Du hast zu wenig Milch.“ Ganz egal, ob mir die Milch schon aus den Brüsten geschossen kam, weil die so voll waren. Ich hatte zu wenig Milch. Aha. Wenn ich darauf hingewiesen habe kam eben “ Ja dann ist deine Milch wahrscheinlich nicht nahrhaft genug.“ Meine Güte. So ein Quatsch. Denn die Beschaffenheit der Milch passt sich den Bedürfnissen des Kindes an. Das ist so. Auf jeden Fall ist keines meiner Kinder verhungert. Männer….

Thema Essen: Eins ist klar – wenn Kinder weinen haben sie IMMER Hunger. Das muss so ein Gesetzt sein, das ich nicht kenne. Oder es ist ein Großelterngesetz, denn die haben offensichtlich immer große Angst, dass ich meine Kinder verhungern lasse. Als sie Babys waren und heute auch noch. Ein paar Beispiele. Baby weint. Oma: „Das Kind hat Hunger.“ Ich: „Nein, es hat erst vor einer Stunde gegessen, es hat keinen Hunger.“ Oma: „Aber es weint doch.“ Tja, anscheinend gibt es keine anderen Gründe warum ein Baby weint. Sachen wie allgemeine Unzufriedenheit, es ist zu laut, es sind zu viele Leute da, Baby ist müde, es friert und hundert andere Dinge scheinen kein Grund zu weinen darzustellen. Schön auch folgende Situation. Ich habe das Baby fertig gefüttert, es weint weiter. Oma: „Es hat noch Hunger. Gib ihm doch noch was.“ Ich: „Nein, das war wirklich eine große Portion, das reicht. Außerdem gibt es in zwei Stunden sowieso Abendessen.“ Oma: „Aber das Baby weint doch noch, das hat noch Hunger.“ Rest, siehe oben.

Bis heute kommen die Großeltern immer mit etwas zu Essen zu uns. Weil sie wohl denken, dass unser Sohn bei uns nichts bekommt. Schön ist, dass es meist so gesunde Sachen wie Lutscher und Duplo sind. Da freue ich mich immer riesig. Es gab Zeiten, da wurde mein Sohn von den Großeltern mit dem Auto abgeholt und er hat NOCH IM AUTO erstmal etwas zu essen bekommen. Er könnte ja sonst auf dem langen 10 Minuten dauernden Weg verhungern. Aber gegen solche Dinge ist man machtlos.

Thema Schlafen: Oma:“ Also ich weiß nicht was du falsch machst, Kind. Wenn ich euch hingelegt habe habt ihr immer sofort geschlafen, da gab es nie Theater.“ Aha. Ich mache also etwas falsch. Mh. Vielleicht sage ich es meinen Kindern beim nächsten mal, wenn ich sie hinlege einfach. „Kinder, eure Oma hatte nie Probleme, wenn sie ihre Kinder ins Bett gebracht hat. Wir haben immer gleich geschlafen.“ Sicherlich werden meine Kinder dann sagen „Ach so! Na dann. Dann schlafen wie ab  sofort auch schoön brav ein, ohne Theater zu machen. Hätten wir das mal früher gewusst.“ Ja, nee, is klar.

Thema Kinderbetreuung: Ein heikles Thema. Und eines, bei dem es absolut unmöglich ist, es richtig zu machen. Bleibst du zu Hause bist bist du das faule Hausmütterchen, das den ganzen Tag „nur“ daheim ist und nicht arbeiten geht. Gehst du arbeiten bist du die Rabenmutter, die ihre Kinder weggibt, „nur“ um arbeiten zu gehen. Ganz egal, ob du arbeiten gehst, weil ihr das Geld braucht oder weil du das für dich selbst brauchst oder weil du nun einmal trotz Kindern immer noch ein Individuum bist, das sich nicht komplett für andere aufopfern möchte. Ich bin aktuell noch in Elternzeit und trotzdem musste ich mich schon mehrfach rechtfertigen. Für Verschiedenes. Dafür, dass mein Sohn in den Kindergarten geht, obwohl ich zu Hause bin, dafür, dass ich noch nicht wieder arbeiten gehe, dafür, dass ich vor habe wieder arbeiten zu gehen. Wie gesagt, es ist unmöglich hier den „richtigen“ Weg zu finden. Oma 1: „Also wir haben unsere Kinder nicht bevor sie 3 waren in den Kindergarten gegeben. Das gehört sich einfach nicht.“ Oma 2: “ Bist du dir sicher, dass der Kleine schon in den Kindergarten gehen soll? Er ist doch erst drei und du bist doch zu Hause.“ Schön auch folgendes. „Du willst schon arbeiten gehen, wenn deine Tochter erst zwei ist?!“ Und „Wieso gehst du nicht schon wieder arbeiten, wenn deine Tochter eins wird, du hast du einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz?!“

Und so gibt es noch hundert anderer Themen, wegen der man sich tagtäglich rechtfertigen muss und/oder ein schlechtes Gewissen hat und sich beständig fragt: Mache ich es richtig?

Ich meine jede Mama sollte es so machen, wie sie will/kann/denkt. Klar ist nur eins: Deine Kinder lieben dich – so oder so.

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