60 Minuten Spaß

An manchen Tagen läuft es besser, an anderen nicht so gut. Und neulich war mal wieder der Wurm drin…..

Es war eigentlich ein ganz gemütlicher Samstag Morgen, nur dass der Papa meiner zwei kleinen Terror-Zwerge etwas vor hatte und ich daher mit den beiden allein zu Hause war. Wir haben ganz gemütlich gespielt, beide Kinder waren fröhlich und wenn die Kleinen fröhlich sind und beide mal nicht am Heulen oder Motzen, dann bin auch ich fröhlich. Normalerweise schaue ich schon morgens im Minutentakt auf die Uhr um zu prüfen, wann ich meine Tochter zum Schläfchen hinlegen kann und ich dann endlich etwas Ruhe bzw. nur ein Kind habe, das bespaßt werden will. Aber an diesem Morgen war alles so entspannt, dass ich ganz vergessen habe auf die Uhr zu sehen und als ich es endlich mal tat musste ich feststellen, dass ihre typische Schlafenszeit schon überschritten war. Also habe ich sie erst einmal gewickelt und gefüttert, während mein Sohnemann weiterhin ruhig gespielt hat und das auch noch leise! So einen entspannten Morgen hatte ich schon seit Monaten nicht mehr. Aber zu früh gefreut…

Nachdem ich die Madame hingelegt habe, was ausnahmsweise nur wenige Minuten gedauert hat, setze ich mich mit meinem Sohn im Wohnzimmer auf die Couch und wir lesen Bücher. Es ist ganz entspannt und gemütlich, mein Sohn hört gebannt zu statt im Sekundentakt Fragen zu stellen was sonst immer wieder dazu führt, dass ich ein und den selben Satz zig mal neu anfangen darf bis er endlich vorgelesen ist. Meine Tochter schläft währenddessen ruhig und ich wünschte mir es würde immer so laufen. Dann muss mein Sohn Pipi. Wir schleichen uns leise auf Zehenspitzen durch den Flur, am Zimmer, in dem meine Tochter schläft vorbei, und gehen zur Toilette wo mein Sohn schön brav pinkelt ausnahmsweise mal ohne dabei lauthals irgendetwas zu erzählen oder zu singen. Als er fertig ist gehen wir zurück ins Wohnzimmer und lesen weiter. Es sind keine zwei Minuten vergangen da sagt mein Sohn: „Mama, ich muss kacka.“ Ok, dann also los, schnell aber leise wieder aufs Klo. Und während ich der schönen Beschäftigung des Hinternabwischens nachgehe höre ich plötzlich meine Tochter lauthals brüllen und ich weiß, die ersten 30 Minuten Mittagschlaf sind vorbei. Denn irgendwie scheint es ein Gesetzt zu sein, dass meine Tochter nach exakt (und damit meine ich wirklich exakt) 30 Minuten Minuten aus der ersten Schlafphase aufwacht und dann laut brüllt bis ich komme um sie zu beruhigen damit sie weiterschlafen kann. Die 30-Minuten-Regel galt bereits bei meinem Sohn, bei ihr ist es jetzt das selbe. Hat den Vorteil, dass ich zumindest am Anfang nicht auf die Uhr schauen muss um zu wissen, wie lange Madame schon schläft. Ich weiß, nach 30 Minuten ist erstmal Gebrüll bis es weiter geht. Auf jeden Fall wische ich meinem Sohn im Eiltempo den Poppes sauber, heiße ihn sich leise anzuziehen und ins Wohnzimmer zu gehen und eile zu meiner Tochter um sie wieder in den Schlaf zu wiegen. Das ist schnell erledigt, juhu, mein Sohn ist wider Erwaten tatsächlich leise ins Wohnzimmer zurück gelaufen und hat sogar das Licht im Klo ausgemacht. Phänomenal! Jetzt hat der Mini-Mann Hunger und ich stelle ich einen Teller Spaghetti mit Tomatensoße vom Vortag in die Mikrowelle um sie zu erwärmen als …. meine Nachbarn anfangen zu bohren! Und klar, meine Tochter brüllt wie  am Spieß. Also stelle ich schnell die Mikrowelle aus, sage meinem Sohn, dass ich gleich wieder da bin und gehe zu meiner Tochter, die sich sofort panisch an mich klammert. Ich wiege sie und lausche den Geräuschen aus der Nachbarwohnung. Erst bohren, es folgt das Hämmern, als die Dübel reingeklopft werden, dann ist Ruhe. Ich warte noch etwas und als ich denke es ist vorbei, lege ich meine Tochter, die jetzt wieder schlummert, zurück in ihr Bettchen. Ich eile zurück zu meinem Sohn, schmeiße die Mikrowelle wieder an, stelle ihm dann, als das Essen warm ist, den Teller hin und gehe in die Küche um auch mir etwas zu erwärmen, als … meine Nachbarn erneut bohren. Meine Tochter brüllt sofort mit der Bohrmaschine um die Wette, also lasse ich meinen Sohn wieder allein, renne zu meiner Tochter, und die ganze Wiege-und-Warte Prozedur geht von vorne los. Ich warte etwas länger diesmal, zur Sicherheit. Aber irgendwann höre ich meinen Sohn durch die geschlossenen Türen jammern und bevor der jetzt auch noch das Heulen anfängt lege ich schnell die Kleine wieder hin und gehe zu ihm. „Mama, ich hab noch so Hunger“, werde ich begrüßt. Also mache ich ihm noch eine Portion warm. Als ich mich das zweite Mal an den Versuch mache auch mir einen Teller Spaghetti warm zu machen geht wieder die Bohrmaschine los. So langsam bin ich genervt. Also wieder zu meiner brüllenden Tochter, die sich auch jetzt wieder panisch an mich klammert. Ich wiege und warte. Und warte und warte. Nach einer ganzen Weile höre ich plötzlich ein lautes Grummeln und Grollen. Nein, diesmal ist es nicht die Bohrmaschine, diesmal ist es mein Magen. Das Frühstück ist bereits ein paar Stunden her und so langsam habe ich tierischen Hunger. Ich lege also die schwere Madame wieder hin und gehe zurück in die Küche. Sohnemann ist noch am Nudeln mümmeln und ich setzte mich kurz darauf auch endlich mit meinen warmen Spaghetti zu ihm. Ich bin die ganze Zeit in Lauerstellung und esse extra schnell, man weiß ja nie, aber es bleibt ruhig. Als wir beide fertig sind und ich gerade die Teller in die Küche tragen will jammert meine Tochter schon wieder, diesmal ganz ohne Bohrmaschine. Ich hab jetzt langsam echt keinen Bock mehr. Aber was soll ich machen? Ich bitte meinen Sohn wieder einmal sich ein bisschen allein zu beschäftigen und eile zu der Jammerliese. Kurz darauf ist sie wieder beruhigt und ich lese mit meinem Sohn weiter Bücher. Als die Kleine das nächste Mal das Motzen anfängt habe ich genug. Mir reicht es jetzt an Hin und Her. Es sind jetzt 90 Minuten vergangen seit ich sie hingelegt habe und 60 spaßige Minuten seit das Bohren anfing. Sie hat zwar nur unruhig geschlafen aber ich mag jetzt nicht mehr also beschließe ich, dass jetzt Schluss ist und hole meine noch immer sehr müde Tochter zu mir und meinem Sohn ins Wohnzimmer. Der Morgen fing so schön aber aber naja, man kann nicht alles haben.

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