Eine kleine Anekdote

Manchmal passiert eigentlich nichts besonderes und trotzdem ist das, was ich für schon völlig normal halte, doch manchmal berichtenswert. So neulich….

Ich war krank. Jawoll. Alle Mamas dieser Welt wissen, dass eines wirklich gar nicht geht – als Mutter krank zu werden. ES GEHT NICHT. Punkt. Denn kein Kleinkind, geschweige denn ein Baby, ist in der Lage zu verstehen, dass auch eine Mama mal krank werden kann und dann eben nicht wie gewöhnlich in der Lage ist zu springen und zu machen wie sonst auch. Aber das den Kindern zu erklären kann man sich sparen oder gleich mit der Wand sprechen. Es bringt nichts. Niente. Nada. Deshalb MUSS Mama gesund bleiben. Und wenn der fiese Magen-Darm-Infekt leider nicht an einem Vorbeiziehen will oder wenn die Erkältung mit 39 Grad Fieber nicht so nett ist einen Bogen um Mama zu machen, dann ist Mama eben doch mal krank. So schlimm war´s neulich nicht, aber auch Halsweh, Schnupfen und Kopfschmerzen reichen schon, um sich völlig überfordert zu fühlen den Alltag mit zwei Kleinkindern zu stemmen. Ich habe allerdings das Glück tolle Nachbarn und einen verständnisvollen Mann zu haben, so dass ich mir zwei Tage halbwegs Ruhe gönnen konnte. Danach ging es mir noch nicht gut, aber deutlich besser, und ich durfte mich wieder ganz alleine um Haushalt und Kinder kümmern. Und dieser Tag lief so ab:

Die Kinder krähen gewohnt früh wie immer, Aufstehen ist angesagt, Hals und Nase sind ok, mein Kopf dröhnt. Und meine Kindern sind laut. Also richtig laut. So presslufthammermäßig, oder so, wie wenn ein Düsenjet startet. Und das einfach so, aus Spaß, auch um 6 Uhr morgens, auch wenn Mama hundert mal erwähnt hat, dass sie Kopfweh hat und deshalb heute nichts lautes ertragen kann. Nee, ausgerechnet heute machen die beiden einen Brüllwettbewerb. Ich bin total genervt, schreie die beiden unschlauerweise deshalb an, bitte sie endlich leise zu sein, was Nullkommanichts bringt. Also wende ich mich nach dem Frühstück dem Vorbereiten des Kindergartenvespers zu. Als dann mein Sohnemann endlich in Slow Motion Richtung Kinderzimmer schleicht um sich anziehen zu lassen, auf dem Weg dahin mit seinen klebrigen Marmeladehänden schnell eine Runde mit einem Lego-Auto dreht um dann den Rest Marmelade, der noch nicht auf dem Auto klebt, an der Türklinke zu hinterlassen, kippt die Laune meiner Tochter und aus dem Aus-Spaß-Brüllen wird ein In-bin-Unzufrieden-Brüllen. Klasse. Mein Kopf hämmert mittlerweile richtig doll, ich bin mittlerweile richtig aggressiv und meine Kinder sind immer noch ziemlich nervig. Dann muss mein Sohn Kacka machen und als ich ins Badezimmer komme um ihm den Hintern abzuwischen entdecke ich bei einem Seitenblick in den Spiegel, dass das T-Shirt, in dem ich geschlafen habe, voll mit Marmelade ist. Spitze. Als sich später Sohnemann endlich die Zähne putzen lässt stelle ich verwundert fest, dass ich auch auf der Stirn Marmelade habe und ich frage mich schon gar nicht mehr, wie die da hin kommt. Nachdem beide Monster gewaschen und angezogen und damit Abmarschbereit für den Kindergarten sind, ziehe ich mir auch noch schnell eine Hose an. Ich hole eine frisch gewaschene Jeans aus dem Schrank, die, da frisch gewaschen, schön eng ist, steige mit den Beinen rein, halte die Luft an, ziehe sie hoch und höre – eine lautes Ratsch. Ich Intelligenzbestie habe sie an den Gürtelschlaufen hochgezogen und jetzt ist eine ausgerissen. Ich ärgere mich ob meiner Dummheit grün und blau, meine Kinder machen weiterhin Krach und mein Kopf platzt langsam. Egal, denke ich mir, macht jetzt auch nichts mehr, die Hose bleibt an, ein langes T-shirt drüber, passt.

Auf dem Weg zum Kindergarten sind beide ruhig, ich genieße die frische Luft und die Ruhe und merke, wie meinem Kopf beides gut tut. Wieder zu Hause mache ich nichts als neben meiner Tochter zu sitzen und ihr beim Spielen zuzuschauen, zu mehr bin ich nicht mehr in der Lage. Als ihre typische Schläfchenzeit kommt lege ich mich mit ihr ins Bett, so fertig bin ich, und freue mich auf eine Mütze voll Schlaf und – kann nicht einschlafen. Also liege ich  zwei Stunden neben ihr und höre ihr beim Atmen zu, während ich im Kopf die 175 Sachen durchgehe, die ich heute noch erledigen will, wohl wissen, dass am Ende des Tages etwa 161 davon noch unerledigt sein werden. Denn es ist so: Der Papa der beiden ist am Tag zuvor zu Hause geblieben, damit ich mich ausruhen konnte, was ganz toll war und mir auch viel gebracht hat. ABER von allen Schweinchen hier in meinem Haushalt ist er das größte. Was Ordnung ist weiß er nicht, von Aufräumen hält er nichts. Leider. Ein Beispiel. Morgens war er mit unserer Tochter unseren Sohn zum Kindergarten bringen, es war kalt, Madame hatte eine dicke Jacke an. Die habe ich später, ratet mal wo wieder gefunden? Auf dem Wohnzimmerboden. Mittags war er mit ihr unterwegs, es war wärmer, sie hatte eine etwas dünnere Jacke an. Wo habe ich die anschließend liegen sehen? Über einer Stuhllehne am Esstisch. Klar. Wo auch sonst. Und ein Tag kann laaaang sein und bringt gaaanz viel Zeit um Undordnung zu machen. Während Madame also selig schlummert überlege ich was ich noch alles aufräumen muss.

Aber nach dem Schlafen wird erstmal gefüttert und dann geht´s schon wieder ab zum Kindi den Mini-Mann abholen. Schon aus einigen Metern Entfernung sehe ich meinen Sohn, wie er im Garten des Kindergartens herum rennt und freue mich, dass er noch dieselbe Hose anhat wie am Morgen, sprich er hatte keinen Pipi-Unfall. Juhu. Es läuft mittlerweile echt gut. Als er mich entdeckt rennt er freudestrahlend und jubelnd auf mich zu und mein Herz quillt über vor Liebe. Und dann treffen wir uns am Zaun und die ersten Worte, die er zu mir sagt sind „Mama, ich habe die Julia mit einem Stuhl geschlagen.“ OH MEIN GOTT. Sofort habe ich Bilder im Kopf wie Hooligans mit Stühlen auf Wehrlose eindreschen. Ich öffne also mit eingezogenem Kopf dir Türe zum Kindergarten und suche seine Bezugserzieherin um mir Vorwürfe machen zu lassen. Ihre Reaktion ist – ein Lachen. Alles halb so wild. Sohnemann war am Toben, ist unter einen Tisch gekrabbelt, darauf stand ein Stuhl, der ist runtergefallen, zufällig auf das Mädchen. Das war´s. Ich atme aus, nochmal Glück gehabt. Hätte er mit dem Stuhl auf sie eingeprügelt, das hätte durchaus auch zum bisherigen Verlauf des Tages gepasst.

Wieder zu Hause angekommen wärme ich Mini-Manns Essen auf während er im Bad verschwindet um sich die Hände zu waschen. Als er zurück kommt sagt er: „Mama, guck mal!“ und zeigt auf seine Hose, die voll mit nassen Flecken ist. Toll, denke ich mir, hat er beim Händewaschen wieder eine Überschwemmung gemacht. „Wie ist denn das passiert?“, frage ich. „Hab mich vollgepinkelt.“ Häää? Unglaublich. Im Kindergarten ist nichts daneben gegangen und kaum ist er zu hause dann das. „Du warst doch im Bad, wieso bist du nicht aufs Klo gegangen?“, frage ich ihn. „Bin ich doch. Hab mich trotzdem vollgepinkelt.“, ist seine Antwort. Also ziehe ich ihm die nasse Hose und Unterhose aus, stapfe ins Bad, werfe die vollgepinkelten Sachen in die Waschmaschine und stelle dabei fest, dass auch der Toilettensitz klatschnass ist. Voll mit Urin. Super, denke ich mir, endlich mal wieder was zum Waschen und Putzten. Schnell den Sitzt gereinigt und dann ab zum Mittagessen.

Meinem Kopf geht es zum Glück deutlich besser und am Mittag kommen eine Freundin samt Tochter zum Spielen zu uns. Alles läuft gut, es ist entspannt, bis ich feststelle, dass die Hose meines Sohnes pitschnass ist. Von Pipi. Schon wieder! Vor lauter spielen hat er vergessen aufs Klo zu gehen. Spitze. Also wieder Hose und Unterhose aus und ab zu den anderen verseuchten Sachen in die Waschmaschine. Der Rest des Nachmittags läuft normal mit allem was dazugehört. Streit ums Spielzeug, krümeln mit Keksen, Motzen meiner Tochter usw. Da mein Sohn beim vielen Toben geschwitzt hat geht es am Abend ab unter die Dusche. Und als ich ihn im Badezimmer ausziehe stelle ich fest, dass die Hose und Unterhose wieder vollgepinkelt sind. SCHON WIEDER! Das dritte Mal heute. Und da habe ich mich am Mittag noch so gefreut, dass es im Kindi so schön geklappt hat mit dem Aufs Klo Gehen. Ich müsste echt mal Waschmaschinen- oder Waschmittelhersteller anschreiben, ob sie uns nichts als Testhaushalt haben wollen, denn Waschen ist mittlerweile mein größtes Hobby. Leider.

Am Abend als beide Schlafen bin ich k.o. aber mein Kopf ist wieder o.k. und morgen ist Samstag und ich bin zuversichtlich, dass der morgige Tag besser wird. Als ich für meine Verhältnisse ziemlich spät um 22.30 Uhr ins Bett gehe, hat meine Tochter noch kein einziges Mal gebrüllt, was ziemlich ungewöhnlich ist. Auch Nachts ist Ruhe und ich wache von alleine auf und mache mir fast schon Sorgen, weil das vollkommen untypisch ist. Erst um 4.30 Uhr schreit sie und ich hole sie einfach gleich zu uns ins Bett rüber, damit wir alle noch ein bißchen Ruhe und Schlaf finden. Madame schläft auch sofort weiter, mein Sohn hat sich trotz des Gebrülls seine Schwester nicht einmal gerührt und auch der Papa der beiden schläft tief und fest. Nur ich nicht. Ich liege da und versuche wieder einzuschlafen aber, verflixt nochmal, es geht nicht. Also grüble ich und überlege und mache Pläne und überhaupt. Bis zwei Stunden später mein Sohn wach wird. Es ist ist 6.30 Uhr was für unsere Verhältnisse fast schon ausschlafen bedeutet. Und alle haben ausgeschlafen AUßER MIR. Das passt doch zum Tagesverlauf. Naja. Egal. Ich bin zumindest wieder vollkommen gesund und das ist doch auch viel wert.

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