Kleine Helfer des Alltags

 

Ein Tag mit Kindern kann lang sein. Sehhhr lang. Und wenn man Frühaufsteher hat, wie ich, dann erscheint er manchmal endlos. Und Mama ist man immer, also 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Das ist heftig. Das ist anstrengend. Da muss man sich schon was einfallen lassen, um all diese Tage (und Nächte) zu überstehen ohne durchzudrehen. Und wenn dann mal was nicht nach Standard läuft oder wenn man Kinder unterschiedlichen Alters und/oder Geschlechts hat, braucht man umso mehr Unterstützung. Allem und allen gerecht zu werden, das ist nicht so einfach. Aber zum Glück gibt es da so ein paar kleine Helfer des Alltags, mit deren Hilfe Mama ihre Superkräfte entfalten und die Kinder und sich bei Laune halten kann. Oder den Haushalt halbwegs auf die Reihe kriegt. (Ok, ich gebe zu, manchmal hilft alles nichts mehr und man macht drei Kreuze am Abend, wenn der Sch….tag endlich vorbei ist).

 

Pinterest, Google und Co.

Was machen wir heute? Diese Frage stellt sich jeden Tag mit Kindern, denn der Tag will ausgefüllt sein. Lesen und spielen gehen immer (und langweilen Mama zu Tode), aber Kinder fordern ständig Neues. Sie wollen Neues kennen lernen und ausprobieren und da ist Kreativität gefragt. Und weil man sich nicht immer mal eben was aus den Fingern saugen kann oder einem einfach auch mal die Ideen ausgehen, braucht man jemanden, der einem neue Ideen liefert. Zum Glück gibt es das Internet. Googeln geht immer. Ein paar Schlagwörter eingeben und schon findet man viele interessante Seiten. Ich persönlich bin ja aber großer Fan von Pinterest. Diese App erleichtert mir so manches Mal das Leben. Einfach schnell ein Schlagwort eingeben und schon bekomme ich anschaulich zig Links und Bilder zu tollen Ideen. Unglaublich zum Beispiel, was man so alles aus leeren Klopapierrollen basteln kann. Alle Tiere dieser Erde und auch wahre Kunstwerke. Ist bei uns allerdings nur blanke Theorie, da mein Sohn eine Aufmerksamkeitsspanne von drei Minuten hat und basteln diese bei Weitem übersteigt und ich noch dazu Bastellegasthenikerin bin und beim Basteln einen Puls von 200 kriege. Aber theoretisch hätte ich viele Ideen und wir wären eine Weile beschäftigt.

Oder wie man Kleinkinder mit Wattestäbchen zum Legen verschiedener Formen animieren und damit tatsächlich eine Weile beschäftigen kann. Quadrate, Häuser etc. auf ein Blatt zeichnen und das Kind diese Formen mit Wattestäbchen legen lassen. Super einfach und funktioniert super. Unglaublich.

Kaffee, Johanniskraut und andere „Drogen“

Um den Tag überhaupt starten zu können brauche ich Kaffee. Ohne geht gar nichts. Und im Laufe des Tages summieren sich da die Tassen. Zu viel ist nicht gesund, macht hibbelig und hohen Blutdruck? Egal, denn ohne meinen Kaffee funktioniere ich einfach nicht, der ist sozusagen mein Treibstoff. Ergo Logo muss ich Kaffee trinken, deine eine nicht funktionierende Mama ist der Supergau. Und als Mama hat man den Anspruch an sich, immer alles richtig zu machen. Auch wenn ich täglich daran scheitere alles „richtig“ zu machen (hey, ich bin auch nur ein Mensch), diesen Anspruch an mich habe ich trotzdem (und scheitere täglich). Und daher habe ich ausprobiert, was ich bisher immer belächelt habe. Baldrian. Eigentlich, weil ich die Hoffnung hatte, damit gelassener zu sein, die Dinge zu nehmen wie sie sind und die Kinder weniger anzuschreien, wenn sie sich wiedermal gegenseitig beißen, die Milch über das ganze Wohnzimmer verteilen oder, ups, aus Versehen etwas kaputt machen. Doofe Idee. Baldrian macht nämlich nur eins: müde. Weiß man ja eigentlich, wird aber halt für seine beruhigende Wirkung beworben. Klar, wenn man pennt, ist man ruhig. Also habe ich dieses Experiment nach nur einem Tag wieder abgebrochen. Denn eins ist sicher – müde bin ich auch so schon. Daher bin ich umgestiegen auf Johanniskraut. Und ich weiß nicht wie viele hundert Lichtjahre man dieses Zeug nehmen muss, damit es wirkt und man „ruhiger“ wird. Bei mir hat es nicht geholfen. Oder vielleicht bin ich auch einfach resistent gegen solche pflanzlichen Zaubermittelchen (und nein, chemische Mittel sind natürlich keine Option) oder ich bin einfach so von Grund auf unentspannt, dass dagegen wortwörtlich kein Kraut gewachsen ist. Noch was aus der „Drogenecke“, was ich früher grundsätzlich verschmäht habe. Schmerzmittel. Wenn ich Kopfschmerzen hatte, habe ich mir gedacht, egal, ist so, stell dich nicht so an, musst du durch. Wenns gar nicht mehr ging habe ich mich halt schlafen gelegt oder auf der Couch vor mich hingedöst, mich krank gemeldet oder sonstwas. Seit ich Mutter bin nehme ich beim ersten Anzeichen von Kopfweh sofort eine Tablette, denn, siehe oben, Mama muss funktionieren, und eine Mama mit dröhendem Schädel funktioniert nicht bzw. mutiert dann eher zum Terminator, und das will sicherlich keiner. Mittlerweile habe ich also einen kleinen Vorrat an diversen Schmerzpillen, die, zum Glück, nur sehr selten zum Einsatz kommen. Eine weitere „Droge“, die ich leider allzu häufig nehme, ist der allseits geführchtete süchtigmachende und gesundheitlich hoch bedenkliche Schokoriegel. Schnell mal ein Stückchen in den Mund geschoben, schon fühlt man sich kurzzeitig besser und für den Rest des Tages gewappnet. Bis das schlechte Gewissen einen gleich darauf plagt. Aber lieber habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mir innerhalb von 5 Sekunden mal eben 500 Kalorien rein gepfiffen habe, als weil ich meine Kinder einmal mehr angebrüllt habe. Eine wunderbare entspannende Wirkung hat auch ein Gläschen Wein am Abend. Oder, je nachdem wie super der Tag wieder lief, auch gerne mal schon gegen 16 Uhr, dann als Schorle. Ist ja dann fast kein Alkohol. Hilft aber trotzdem. Beruhigt die Nerven, beruhigt Mama, und die Kinder überleben bis zum Abend garantiert. Was will man mehr.

Freundinnen und Nicht-Mamas

Den ganzen Tag nur mit Kindern zu verbringen, Tag für Tag, da verblödet man so langsam. Ehrlich, ich glaube fast ich höre meine Gehirnzellen, wie sie den Dienst einstellen. „Du“, sagt die eine zur anderen, „ich werde gar nicht mehr benötigt. Früher habe ich geholfen Deckungsbeiträge auszurechnen, zum Kacke weg wischen bin ich mir zu schade. Ich sterbe lieber.“ Pling, wieder eine Gehirnzelle weniger. Die andere: „Mh, hast recht, ich bin im Sprachzentrum tätig und habe früher dabei geholfen mit Menschen in aller Herren Länder auf Englisch zu kommunizieren, bei Babysprache fühle ich mich unterfordert. Der Suizid ist verlockender.“ Plop, wieder eine Gehirnzelle verloren. Wenn ich dann also irgendwann mal wieder anfange zu arbeiten, muss ich mir erst einmal ein neues Hirn anschaffen. Aber aktuell hilft es, mit anderen „Leidensgenossinnen“ zu sprechen. Klar reden wir Mütter viel über Windelausschlag, Krankheiten, Theater im Kindergarten oder gerne auch sämtliche körperliche Ausscheidungen. Aber wir zollen uns auch gegenseitigen Respekt für das tägliche Arbeitspensum, das wir leisten, wir sind die einzigen, die wirklich WISSEN, wie der Alltag mit Kindern ist, wir unterstützen uns mental, und wir lassen auch mal die Sau raus und reagieren uns ab, indem wir über unsere Kinder lästern. Um dann doch weiterhin alles zu tun, damit es den kleinen Monstern gut geht.

Wichtig ist daher auch die Freundschaft zu Nicht-Mamas. Ab und zu will man auch mal über Themen, die absolut nichts mit Kinder zu tun haben, reden. Über Themen aus der „echten“ Welt, aus der Welt, in der wir selbst auch mal zu Hause waren. Vor den Kindern. Denn hier kann Mama wieder Frau sein. Ein Individuum, eine eigenständige Person, eine Person, die gefragt wird wie es IHR (nicht den Kindern) geht, was SIE (nicht die Kinder) so macht. Ok, ja, die Antworten haben allesamt wiederum mit den Kindern zu tun (man ist ja immer noch Mama). Aber trotzdem, es geht ums Prinzip. Manchmal möchte man einfach auch man selbst sein und nicht „Die Mama von …“.

Gelassen sein und Sein lassen

Vorweg, ihr wisst es schon, an diesem Thema scheitere ich selbst kläglich. Gelassen sein ist das A und O der Mutterschaft, und ich habe wahrscheinlich alle Buchstaben dazwischen abgekommen, aber das A und O fehlen mir einfach. Denn ich bin eines definitiv nicht: gelassen. Ich wäre es so gerne! Soooo gerne! Aber ich kann einfach nicht. Töchterchen räumt die Schublade mit den Tupperdosen aus? Ich sollte gelassen bleiben und das Positive daran sehen, nämlich dass sie beschäftigt ist und endlich mal nicht brüllt. Statt dessen sehe ich das Chaos und weiß, dass es mich kostbare Minuten kosten wird, alles wieder platzsparend in die Schublade einzuräumen. Oder sie zerpflückt die Blätter der Zimmerpflanze in tausend Teile, auch das könnte ich als Beschäftigung für die kleine Maus ansehen und mich freuen, dass sie gerade mal nicht auf meinem Arm sein möchte. Ich sehe aber nur, dass zum Einen die eh schon halbtote Pflanze jetzt bald ganz tot und der Boden voller Blattschnipsel ist, die ich alle zusammen kehren muss und ich außerdem tierisch darauf aufpassen muss, dass sie das Grünzeug nicht verspeist.

Oder mein Sohn. Es kam schon etwa 357 mal vor, dass er seinen morgendlichen Milchbecher umschubst und die ganze Flüssigkeit überall hin trieft. Da könnte Mama ja daraus gelernt haben und einfach einen Lappen bereit liegen haben, oder wenigstens die Bescherung dann ohne großes Theater wieder aufwischen. Kann ich aber nicht. Ich raste jedes mal aufs neue aus, weil es einfach nicht in meinen Kopf geht, dass mein Sohn es auch nach 357 Beschern Milch immer noch nicht schafft, das Getränk unfallfrei zu trinken. Rabenmutter. Oder die vielen Pipi-Unfälle. Hier mal 5 Tropfen in die Hose, zwei Stunden später wieder 5 Tropfen in die nächste, jetzt dann nicht mehr frische Hose, gerne auch mal nur 30 Minuten nachdem er diese frische Hose anbekommen hat oder 1 Stunde bevor es eh ins Bett geht und er eh umgezogen werden würde. Ist ne anatomische Sache, habe ich mir erklären lassen. Ist bei Jungs halt so. Es ärgert mich trotzdem, denn wer darf die Unmengen an Klamotten waschen, aufhängen, zusammen legen, wegräumen, das vollgepinkelte Kind abduschen, Wechselklamotten überall hin mitschleppen, zig mal am Tag darauf hinweisen, doch msl schnell aufs Klo zu gehen? Genau: ich.

Gelassen sein ist also unheimlich wichtig im Umgang mit Kindern. Und die Kinder einfach Sein lassen wie sie sind gehört ebenfalls dazu. Ich weiß schon, warum ich keine Kindergärtnerin geworden bin.

Staubsaugerroboter und Nasenstaubsauger

Mit Kindern sieht es in der Bude immer aus wie Sau. IMMER. Sand, Steinchen, Stöckchen, es findet sich alles in der Wohnung, selbst wenn man vorher das Kind vor der Haustür ausschüttelt und sich wundert, welche Sandberge da aus den Klamotten rieseln. Es kommt garantiert auch noch immer etwas in der Wohnung an. Und weil das auf Laminat, Fliesen und Co. so herrlich schön knirscht und tendenziell den Boden zerstört, sollte regelmäßig gesaugt werden. Also eigentlich täglich. Ja, nee, is klar, Frau hat ja sonst nichts zu tun. Da lob ich mir meinen kleinen fleißigen Helfer, den Staubsaugerroboter. Ok, ja, er kommt nicht in die Ecken und es kann durchaus mal vorkommen, dass er ein und denselben Quadratmeter 5 Minuten lang bearbeitet, den direkt daneben aber komplett außen vor lässt. Aber hey, egal, denn dafür flitzt er mal eben unter die Betten und die Couch und ich muss nicht auf Knien auf dem Boden rumrutschen und mit dem Staubsauger versuchen irgendwie die Wollmäuse da unten einzufangen. Und der positive Nebeneffekt: die Kinder haben einen Mordsspaß dem Ding hinterherzuflitzen (und natürlich auch ständig von seinem Weg abzubringen und im Kreis fahren zu lassen etc., so dass das Saugen dann mehr zur Kinderbeschäftigung ausartet denn zum Reinigen der Böden.)

Da wir schon beim Thema Saugen sind. Super ist auch die Erfindung des Nasensaugeraufsatzes für den Staubsauger. Hört sich archaisch an, scheint brutal zu sein, ist es aber nicht. Ich habe es im Eigenversuch getestet und ja, es ist ein seltsames Gefühl, aber es tut nicht weh. Und das Ding funktioniert! Ich war immer skeptisch und habe dieses „Horrorgerät“ rigoros abgelehnt. Meinen Kindern wollte ich nicht auf diese brutale Weise den Rotz aus der Nase holen. Aber als Töchterchen in ganz jungem Alter, in dem Babys noch nicht in der Lage sind, durch den Mund zu atmen (ja, diese Phase gibt es wirklich), einen mega Schnupfen hatte und vor lauter Rotz keine Luft bekommen hat, haben wir uns dieses Teil zugelegt. Und nie bereut. Der Nachteil ist nur, dass Madam einfach nicht versteht, dass wir ihr damit etwas Gutes tun. Sobald sie das Ding nur sieht fängt sie das Brüllen an. Und wenn es dann zum Einsatz kommen soll ist gemeinschaftliches Festhalten des Kindes die einzige Lösung, den sie windet sich und wehrt sich mit alle ihren Kräften dagegen. Ich gebe zu, das ist schon schlimm. Aber ehrlich, das ist nichts im Vergleich zu schlaflosen Nächten, und zombihaft durchlebten Tagen, weil das Kind nachts kurz vorm Erstickungstod ist.

Ein Hoch also auf meine Freunde aus der Saug-Abteilung.

Und ein Hoch auf meine Freunde Sarkasmus und Ironie.

 

 

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