Baby-Shopping: Was man zunächst einmal NICHT kaufen sollte

Juhu -Schwanger! Der heiß ersehnte Nachwuchs ist im Anmarsch und schon will man sofort loslegen mit dem Baby-Shopping. Gerade erst ist der blaue Streifen auf dem Schwangerschaftstest erschienen, die Freude riesig, da will man direkt los marschieren, all die niedlichen Dinge kaufen, die Baby so braucht. Oder eben auch nicht. Denn: Noch kennt man das Kind im Bauch ja nicht und weiß nicht, ob es all die Dinge, die man laut Werbung für den Erdneuling braucht, auch tatsächlich braucht.

Liebt Baby es in der Wippe zu liegen und wie verrückt auf und nieder zu hüpfen und dabei zu lachen (wie meine Tochter) oder ist jedes Schaukeln zu viel und wird mit einem ängstlichen Blick quittiert (wie bei meinem Sohn).

Liegt das Baby gerne im Stubenwagen und schläft auch dort (wie mein Sohn), oder schimpft es, sobald es hinein gelegt wird (wie meine Tochter).

Liegt das Baby gerne auf der Spieldecke und guckt sich die von oben herabbaumelnden Sachen an und versucht nach ihnen zu greifen (wie meine Tochter), oder ignoriert es das alles gekonnt (wie mein Son).

Kind ist nicht gleich Kind. Erstmal gilt: lerne dein Kind kennen! Kaufen kannst du dann immer noch.

Wir hatten auch so einige Fehlkäufe, allerdings zum Glück in einem eher günstigen Bereich:

Fläschchen + Schnuller

Babys brauchen Schnuller. Das weiß jeder. Das ist einfach so. Mein Sohn kam aus mir raus, wusch, der Schnuller kam in ihn rein, und seit dem war er ein ganz normales Schnuller Baby. Der Saugreflex ist da, und um diesen und damit das Kind zu befriedigen gibt es eben einen Schnuller. So weit so gut.

Madame sah das anders. Sie kam aus mir raus, wusch, der Schnuller in ihr Mündchen hinein und plopp, flog er im hohen Bogen wieder raus. Und zwar jedes Mal. Sie wollte das Ding einfach nicht. Sie fing sogar an zu schreien, sobald man ihr damit vor dem Gesicht rumgewedelt hat. „Das ist doch nicht normal“, dachte ich erst. Alle Babys nehmen Schnuller. Bis ich dann nach und nach erfuhr, dass eben nicht alle Babys Schnuller nehmen. Doch bis ich soweit war und mir dachte: „okay, dann nimmt sie halt einfach keinen Schnuller – was soll´s?“ -, verging eine Weile und ich wurde zunächst zum Schnuller Großeinkäufer. Vielleicht muss ich einfach nur den richtigen Schnuller finden, den, der Madame eben gefällt, dachte ich.

Also habe ich alles gekauft, was es auf dem Markt gibt: Ich habe Schnuller aller Marken angeschafft, in jeder Form und Größe, aus Silikon und Kautschuk, sogar die seltsamen Kirschschnuller. Nichts davon wollte Madame. Nichts! Und auch wenn die Omas nicht einsehen wollen, dass dieses Kind ohne Schnuller groß werden wird, weil es eben einfach keinen Schnuller annehmen will, es ist halt einfach so. Ende. Dafür habe ich jetzt einen Familienvorrat an Schnullern zu Hause.

Das selbe zum Thema Fläschchen. Erst Stillen, dann langsam abstillen und umstellen auf Fläschchen, so war mein Plan. Den meine Tochter durchkreuzt hat. Denn dass ich nach vier Monaten vollen Stillens auf Flaschennahrung umstellen wollte, hat ihr aber sowas von missfallen. Flasche in den Mund -flopp – schob sie die Flasche mit ihrer Zunge wieder raus. Nicht einen einzigen Schluck hat sie genommen. Und je länger und öfter ich es probiert habe desto mehr hat sie geschimpft und gebrüllt. Irgendwie logisch, dass ein Baby, das keinen Schnuller nimmt, auch an keiner Flasche saugen mag. Aber auch hier habe ich das selbe Spiel gespielt wie bei den Schnullern. Alle Marken, alle Formen und Größen hatte ich irgendwann zu hause, und auch diesmal um sonst (nicht finanziell natürlich), denn Töchterchen hat absolut alle diese Flaschen verschmäht. Was letztlich dazu geführt hat, dass ich viel länger als je geplant gestillt habe. Erst mit der Umstellung auf Brei und dann aufs Trinken aus einem Becher, konnte ich gaaaanz langsam das Stillen reduzieren und irgendwann beenden. So winzig und doch diktieren sie uns alles, die kleinen Mini-Menschen.

Tragetuch

Ok, Fehlkauf ist hier das falsche Wort. Wir haben das Tuch nicht selbst gekauft sondern geschenkt bekommen, es handelt sich also um ein Fehl-Geschenk. Ich habe mich allerdings damals zunächst sehr gefreut, denn diese Tragetücher sind sehr teuer. Die Freude hielt allerdings nicht lange an. Als ich das erste Mal versucht habe meinen Sohn in das Tragetuch einzubinden artete das in Stress aus.

Zunächst habe ich schön brav die möglichen Tragevarianten durchgearbeitet, überlegt, welche für uns am meisten Sinn macht und habe die Bindevideos auf der beiliegenden CD und auf YouTube angeschaut. Danach war ich startklar und dachte, dass wir das jetzt problemlos hinbekommen. Ein Tuch binden, wie schwer kann das schon sein? Bald habe ich festgestellt, dass es schwer IST. Zunächst habe ich die gefühlten 50 Meter Tuch um mich geschlungen, dann den Sohnemann reingepackt, der sich direkt mit Händen und Füßen gewehrt und wie am Spieß gebrüllt hat. Wenn das Ding erstmal sitzt, wird´s ihm schon gefallen, dachte ich. Babys lieben es doch getragen zu werden. Also. Jetzt das Tuch festziehen. Zog ich an der einen Seite, rutschte es an der anderen wieder runter, mein zappelnder Sohn war nicht gerade hilfreich beim Festziehen. Die Stoffbahnen also wieder um mich schlingen, wieder festziehen, wieder wehrt Söhnchen sich, wieder lockert sich das ganze Ding, also nochmal das Ganze. Mittlerweile ist mein Sohn knallrot und tränenüberströmt, ich schwitze wie sonst was. Aber ich gebe nicht auf. Frau gegen Tuch; ist doch klar wer da gewinnt! Also nochmal. Tuchbahnen um mich geschlungen, dabei beruhigend auf das Söhnchen einreden, die meinen Rücken herabrinnenden Schweitropfen ignorieren und die Stoffbahnen festziehen. Mein Sohn schiebt und drückt mit Füßen und Händen was das Zeug hält und lockert den ganzen Krempel wieder. Ich kann nicht mehr und muss durchatmen. Also ab das Ganze, weg mit dem Tuch, erstmal den Sohn beruhigen.

Das gibt es doch nicht, denke ich mir, das muss doch klappen. Nach zwei weiteren Anläufen, die alle genau wie oben beschrieben abliefen, habe ich dann aufgegeben. Von mir aus lasse ich mich dämlich nennen, aber ich kam mit diesem ‚Wickel-festzurr-gefühlte 50 Meter-Tuch‘ nicht klar. Habe mir danach eine Babytrage von einem der renommierten Hersteller gekauft und bin super zufrieden damit. Das Handling ist kinderleicht und sowohl mein Sohn als auch meine Tochter waren darin glücklich und zufrieden, ganz ohne Gebrüll und Schweißausbrüche. Wer also nach einem Tragetuch sucht: ich hätte da eins abzugeben 😉

 

Was ich Neu-Eltern empfehle erst einmal NICHT zu kaufen:

  • Schnuffeltücher. Davon werdet ihr zig geschenkt bekommen (Ich habe immer noch original verpackte im Schrank liegen)
  • Söckchen. Bekommt ihr zu Duzenden geschenkt und abgesehen davon braucht das Kind am Anfang vor allem Strumpfhosen und Strampler
  • Kuscheltiere. Braucht Baby nicht. Noch lange nicht. Und: ihr bekommt genug davon geschenkt. Mehr als euch lieb sein wird (die Dinger nehmen nämlich unheimlich Platz weg)

So. Das war mein kleiner, hoffentlich hilfreicher Beitrag für werdende Eltern. Auf windelprinz.de findet ihr in der zugehörigen Blogparade noch mehr interessante Geschichten zum Thema „Baby-Shopping. Die Hall of Fame der Fehlkäufe„.

Ein Kommentar zu „Baby-Shopping: Was man zunächst einmal NICHT kaufen sollte

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