Die Welt der Mama-Blogs: Gejammer vs. Heuchelei ?!

„Mein Gott, das ist immer alles soooo negativ“, sagte mir neulich eine Freundin, die sich derzeit beruflich mit Mama- und Reiseblogs beschäftigt. „Entweder wird gejammert ohne Ende wie schrecklich alles ist, oder es wird geheuchelt  á la „Ich nähe und koche und das Leben mit 7 Kindern ist von vorne bis hinten zauberhaft“. Das ist doch total unglaubwürdig und nervt schnell“, sagte sie. „Aber das sind die mit den zig Followern und kitschigen Kommentaren, die auch noch jede Menge Kram geschenkt bekommen.“

Ist das so? Sind wir Mama-Bloggerinnen alle so schrecklich? Entweder heulen wir oder wir heucheln?

Besagte Freundin ist selbst Mutter von zwei Kindern und arbeitet nahezu Vollzeit. Sie weiß also was Stress ist und dass man mal Dampf ablassen muss. Nur ist für sie das bloggen nichts. Ist ja auch ok. Muss ja auch nicht. Aber anderen hilft es. Das Schreiben und/oder das Lesen.

Ich habe irgendwo gelesen, dass es um die 2.000 Mama Blogs geben soll in Deutschland. Keine Ahnung, ob die Zahl stimmt oder wie weit sie daneben liegt. Es sind auf jeden Fall viele Mama Blogs da draußen zu finden. Und ich gebe ja zu, ich bin selbst erstaunt, was sich da in der Bloggerwelt so alles tummelt.

Und ja, es gibt Blogs, da lese ich einen Artikel zur Hälfte und klicke dann gähnend weiter zum nächsten in der Hoffnung nicht nochmal so etwas langweiliges lesen zu müssen. Oder Uninteressantes. Da gibt es Mütter, die schreiben lang und breit über den After-Baby-Body und beschreiben dabei jeden Schwangerschaftsstreifen in Form, Farbe und Konsistenz. Ja meine Güte, interessiert das wirklich jemanden? Es gibt Blogs, da werden gleich fünf Bilder vom Sonnenuntergang des letzten Wochenendes gepostet. Holla die Waldfee, wozu soll das gut sein?

Und es gibt die Mama-Blogs, in denen es vor Werbung nur so wimmelt. *Werbung* – wenn ich dieses Zeichen sehe fange ich schon gar nicht erst an zu lesen. Ich war neulich auf einem Blog, da gab es ungelogen ausschließlich Werbung! Es wurde der ach so tolle Saugwischer der Firma xy beworben, die Windeln der Firma abc, ein Ratgeberbuch hoch gelobt usw. Muss das sein?? Ich verstehe schon, dass es dafür Geld gibt und dass man sich bestätigt fühlt, wenn Firmen einen anschreiben und um einen Beitrag bitten. Mein Ding ist es nicht. Aber: darum geht es auch nicht.

Soll doch jeder machen wie er/sie will!

Man muss es ja nicht lesen!

Ja, es gibt unzählige Blogs, in denen dasselbe steht. Ja, ganz viele Blogs sind gaaanz langweilig und ja, sehr viele Blogs sind die reine Selbstdarstellung (wobei, sind sie das nicht eigentlich alle?).

Wir dürfen frei entscheiden, ob wir Blogs lesen oder eben nicht. Wie oft habe ich mich schon auf Blogs verirrt, von denen ich dachte: Meine Güte, da hat jemand aber wirklich zu viel Zeit. Na und? Da lande ich jetzt nie wieder. Passt doch! Und mein Blog ist auch nicht das Nonplusultra.

Vielleicht liest jemand diesen Artikel und sagt danach: Bei der schaue ich nie wieder vorbei!

Und wisst ihr was? Das ist ok!

Freier Wille, freies Internet.

Blogs sollen einen Mehrwert bringen, damit sie gelesen werden. Ist das wirklich so? Wenn man sich mit einem Buch gemütlich auf die Couch setzt und einfach ein Stündchen die Seele baumeln lässt beim Lesen eins Krimis oder eines Liebesromans, bringt das dann wirklich einen Mehrwert? Vielleicht gibt es Menschen, die statt des Buches kurzweilige, lustige Geschichten auf Blogs lesen wollen um sich darüber zu freuen, was für einen Wahnsinn bei anderen so los ist und wie normal es bei einem selbst zu geht. Zum Beispiel.

Ist das (k)ein Mehrwert?

Jeder Blogger hat einen anderen Beweggrund zu bloggen. Meiner ist ganz simpel: Ich schreibe gerne und bloggen ist meine Art Stress abzubauen und mir die Dinge, die mich beschäftigen und die mich manchmal zur Schnappatmung bringen, zu verarbeiten. Und wenn dann noch jemand Spaß dabei hat, mein Geschriebenes zu lesen, um so besser, dann freue ich mich!

Und es kommt ja auch immer darauf an, was man mit seinem Blog erreichen will. Tipps und Ratschläge geben, einfach nur eine Art Tagebuch führen oder wie ich, sich Kram von der Seele schreiben und damit Leute unterhalten. Das Schöne ist doch, dass sich jeder Leser aussuchen kann, was er liest. Oder eben nicht.

Auch wie man seinen Blog aufzieht ist eine eigene Sache. Groß und mit viel Tam Tam, so dass man schnellstmöglich 8.000 Follower hat und am Besten noch Kohle damit verdient, oder klein und gemütlich, weil man, wie ich, weder auf Twitter, Facebook, Instagram und Co. verlinkt ist und auch nicht vor hat es je zu sein.

Am Ende zählt doch nur eins:

Wer Bock hat zu bloggen soll es tun wie er oder sie will. Und dem potentiellen Leser bleibt überlassen, ob und welchen Blog er liest oder eben nicht.

Ich habe ganz kurz, etwa 5 Sekunden lang, überlegt, ob ich zu diesem Thema zu einer Blogparade einlade, mich dann aber dagegen entschieden. Wer will, darf sich sehr gerne zum Thema äußern! Vielleicht wollt ihre den Link zum Artikel ja auch dem ein oder anderen Freund oder Blogger weiter leiten und um einen Kommentar bitten. Ich würde mich jedenfalls sehr über eure Meinungen freuen!

Also.

Ihr Bloggerinnen und Blogger da draußen, egal ob ihr zum Thema Mamasein, Kinder und Babys schreibt oder über etwas ganz anderes, wie seht ihr das? Gibt es zu viele unnötige und unehrliche Blogs oder soll jeder machen wie er/sie will? Und habt ihr vielleicht selbst mal die Rückmeldung bekommen, dass die Welt der Mama-Bloggerinnen voller Gejammer und Heuchelei ist? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.

Und an alle, die sich über diesen Beitrag wundern, weil er so gar nicht zu meinen sonstigen Artikeln passt: Keine Sorge, bald wird´s wieder lustig 🙂

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