Mama Workout Vol.2 – Wenn der Alltag dich zum Schwitzen bringt

Im Sommer schwitzt du, weil es heiß ist. Im Winter schwitzt du aber noch viel mehr. Weil du deine Kinder in gefühlte 20 Lagen Klamotten packen musst bevor ihr raus geht, was mindestens 15 Minuten dauert und dich unzählige Nerven kostet. Das ist besonders dann schön, wenn ihr nur kurz raus müsst und die An- und Ausziehorgie in Summe länger dauert als das eigentliche Draußensein. Wenn dann endlich alle angezogen sind, ist dir dermaßen heiß, dass du am liebten im T-Shirt raus willst, obwohl es Null Grad hat. Selbstverständlich bist du vernünftig und ziehst dir Jacke, Mütze und Handschuhe an und versuchst dann krampfhaft nicht vor Hitze zu kollabieren. Dann geht´s los. Zum Beispiel in den Kindergarten.

Wenn du dort ankommst, reißt du dir schon bei Öffnen der Eingangstür die Mütze vom Kopf und die Handschuhe von den Fingern, da es im Kindergarten abartig warm ist. Du stellst dir wie jeden Morgen die Frage, ob die Kindern bei dieser Affenhitze die Wärme im Mutterleib nachempfinden sollen, damit sie sich auch ja wohlig und heimisch fühlen, oder ob das einer Art Betäubungsmittel ist und die Kinder irgendwann kollabiert in der Ecke liegen und Ruhe geben.

Während du dein Kind 34 Mal ermahnst endlich Jacke, Schuhe und Co. auszuziehen um dann die Hausschuhe anzuziehen, fühlst du wie dir der erste Schweißtropfen den Rücken runter läuft und reißt dir hastig die Jacke vom Körper, denn so schnell kommst du hier offensichtlich nicht raus. Da dein Kind auch nach etlichen Minuten immer noch in voller Montur da steht, weil zu faul, zu müde, zu abgelenkt oder was auch immer um sich selbst auszuziehen, übernimmst du das entnervt um nicht in zwei Stunden immer noch im Kindergarten zu sein. Dabei rinnen dir Schweißtropfen 2 und 3 den Rücken runter und du wünschst dir einen Bikini zu tragen.

Wenn das Kind endlich fertig ist packst du dich in deine Eskimoausrüstung und begibst dich auf den Heimweg durch die Kälte. Die dir nach der Affenhitze im Kindergarten jetzt richtig gut tut. Zu Hause angekommen – du bist gerade so abgekühlt – musst du dann dein zweites Kind aus dem Kinderwagen in die Wohnung wuchten und aus dem Winterlook schälen, was dir wieder die Hitze in den Körper treibt.

Den ganzen oben aufgeführten Spaß betreibst du zwei mal am Tag.

Getoppt wird das nur dadurch, dass Kind Nummer 2 es aus dir unerfindlichen Gründen mega lustig findet, immer in einem Wahnsinnstempo davon zu krabbeln, sobald du die Jacke in die Hand nimmst um sie ihm anzuziehen. Dann eilst du ihm auf Knien robbend hinterher und fängst es irgendwo ab um es dann unter Gezappel und Protest in die Jacke zu stopfen. Anschließend schleppst du das Kind zurück in den Flur um ihm noch die Mütze aufzuziehen, damit es diese eine Millisekunde nachdem du sie ihm endlich über die hin und her wackelnde Birne gezogen hast, wieder runter zieht. Dieses Spiel spielst du so lange bis die Mütze an Ort und Stelle bleibt. In der Zwischenzeit bist du kochgar.

Da bin ich früher stundenlang durch Schluchten gewandert und auf Berge gestiegen, hab mir die Hände beim Klettern blutig geschürft und die Knie bei der zweitägigen Watzmannüberschreitung ruiniert – aber nichts schlaucht so wie der Alltag mit Kleinkindern. Wie sehne ich mich nach den Bergen! Aber da der einzige aktuell von mir bewältigte Berg der Mount Wäsche ist (was eigentlich auch falsch ist, denn irgendwie will der sich einfach nicht bewältigen lassen) müssen die echten Berge noch ein bisschen auf mich warten. Wahrscheinlich krabble ich dann auf allen vieren gen Gipfel und rufe am Ende den Heli.

Immerhin: das Krabbeln bin ich mittlerweile gewohnt. Und, jetzt haltet euch fest, denn, ohne scheiß, ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber: man kann Hornhaut auf den Knien bekommen! Vom auf dem Boden rum robben mit den Kindern! Ich weiß nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen soll. Wobei wir bei meinem Lebensmotto wären: Lachen um nicht zu weinen.

Wie? Zu negativ das Motto? Wieso? Hysterisches Lachen statt heulend in der Dusche zu stehen, wie auch schon vorgekommen, ist doch positiv. Oh man ich schweife ab. Vom eigentlichen Thema. Dem Schwitzen.

Schwitzen könnte ich auch in der Sauna. Hab zum Geburtstag einen Gutschein für vier Stunden Ruhe und Entspannung beim Saunieren bekommen. Vier Stunden!!! Ein Traum. Die Ruhe! RUHE! Nur keine Ahnung wann ich mal dazu komme mir diese Entschleunigung zu gönnen. Das Schwitzen in der Sauna muss also noch warten. Bis dahin schwitze ich weiter beim Kinder An- und Ausziehen. Oder, wie jetzt gerade, während ich das hier schreibe, beim immer wieder zur Tochter rennen, weil Madame eigentlich schläft, aber wegen verstopfter Nase und Reizhusten kaum Luft bekommt und daher im Minutentakt beruhigt werden muss.

Also sieht der Ablauf so aus. Ich sitze mit Laptop auf dem Schoß auf der Couch und blogge, die Motzbratze brüllt, ich werfe den Laptop auf den Tisch, springe auf, renne ins Kinderzimmer bevor Sohnemann wach gebrüllt wird, beruhige die Kranke, eile rüber, setze mich, hieve den Laptop wieder auf meinen Schoß und schreibe ein paar Zeilen, bis die Dicke wieder los brüllt. Und da sage noch einer Bloggen sei keine Arbeit. Ich brauche für diesen kleinen Beitrag hier gefühlte 3 Lichtjahre. Wahrscheinlich ist er deshalb auch so total ohne roten Faden. Ich hoffe ihr verzeiht mir und habt trotzdem Spaß.

Wer noch mehr lachen will: Ich habe vor einer Weile schon mal darüber geschrieben, wie ich täglich mein Workout kriege, ohne auch nur eine Minute Sport zu machen. Wer lachen will liest einfach rein in Workout für Mamas.

Ansonsten bis zum nächsten Mal.

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