Außergewöhnliche Beschäftigungsideen für Kleinkinder

Nicht, dass ich super kreativ wäre. Nee, nee. Die Minis suchen sich ihren Weg zur Beschäftigung selbst. Letztendlich braucht man keine Spielsachen, Alltagsgegenstände reichen vollkommen. Folgende „Spielsachen“ haben sie sich ganz alleine als solche ausgesucht:

 

Kaffeekapseln

„Mama, ich helfe dir.“ So fing es an. Eine neue Ladung lebensnotwendiger Kaffeekapseln musste in die Dose, in der ich sie aufbewahre. Also habe ich meinem Sohn ein paar Stangen Kapseln in die Hand gedrückt – und er war beschäftigt. Packungen aufreißen, Kapseln rausschütteln, nach Farbe sortieren, zu Haufen aufschichten, Türmchen bauen, umgestürzte Türme neu aufbauen, etc. Super Beschäftigung für einige Zeit. Immer, wenn ich jetzt Kapselnachschub brauche, rufe ich meinen Sohn, und weiß, ich habe jetzt ein paar Minuten Ruhe.

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Tupper

Sämtliche meine Tupperdosen wohnen bei uns in einer bodennahen Schublade in der Küche. Prädestiniert dafür als Spielzeug für meine entdeckungsfreudige Tochter zu dienen. Oft stört es mich, wenn sie eine Dose nach der anderen herauszieht, denn eigentlich hatte ich in der Schublade mal ein System. Jetzt halt nicht mehr. Manchmal schimpfe ich sie, wenn sie Dosen und Deckel herausholt und oftmals leider auch noch ansabbert. Aber manchmal, wenn ich mal fünf Minuten durchatmen muss, oder einfach nur mal ohne Hintergrundgebrüll telefonieren will, lasse ich sie machen. Sie hat dann Spaß und ist beschäftigt, und ich habe ein paar Minuten Ruhe (bevor ICH alles wieder einsammeln und in die Schublade zurück stopfen muss).

 

Wäscheklammern

Auch die Wäscheklammern lagern leider bei uns in Kinderreichweite. Und irgendwann hat meine Tochter, die Weltmeisterin im Schubladen öffnen und alles quer durch die Bude verteilen ist, auch die Wäscheklammern von ihrem tristen Dasein befreit und zum Spielzeug umfunktioniert. Mein Sohn, mit seinen drei Jahren schon etwas kreativer, hat gleich den Vorteil dieses neuen Spielzeugs erkannt und fing direkt an Tiere u.a. damit zu bauen. Er bastelt also Tiere und andere Dinge (Ich: „Oh toll, ein Pferd.“ Er: „Nein, Mama, das ist doch ein Boot!“) und meine Tochter sabbert die Klammern an oder legt sie in diverse ihrer Meinung nach dafür bestens geeignete Schachteln oder Kisten (gerne in die Tupperdosen, die sie kurz zuvor aus der Schublade gezerrt hat).

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Tampons

Jap. Ohne Scheiß. Tampons. Da stand ich eines Tages unter der Dusche und als ich so durch den Dunst durch die Glasscheibe gucke sehe ich, wie meine Tochter auf dem Boden sitzt, die Schublade, in der Toilettenpapier und Tampons lagern, geöffnet, und rund um sie herum waren zig Tampons verteilt. Ahhhh! Aber: sie war still und beschäftigt. Sie saß da und holte die Tampons aus der Schachtel und legte sie anschließend wieder hinein. Ich habe schnell den Vorteil erkannt und lasse sie (meisten) machen. Mein Sohn wiederum hat ganz schnell ein Spiel daraus kreiert. Jetzt werden die Tampons nach Farben und Größe sortiert. Solange keiner die Dinger in den Mund nimmt und sie anschließend brav wieder eingeräumt werden (was zugegeben immer einiges Ermahnen meinerseits erfordert) ist es ok für mich, wenn die Minis damit spielen. Denn dann kann ich mich tatsächlich mal in Ruhe im Bad fertig machen. Super! Und erst heute hat meine Kleine sich schön ruhig mit den Tampons beschäftigt, so dass ich ganz in Ruhe die Bäder putzen konnte, ohne dass sie dabei versucht hat ins Klo zu springen oder die Badewanne zu kapern. Tampons sind halt doch eine tolle Erfindung.

 

Kartons

Egal wie groß. Die Mäuse versuchen immer rein zu kriechen und darin zu spielen. Manchmal hält der Karton länger durch, manchmal ist er ziemlich schnell kaputt gespielt. Egal. Immerhin hat er die Kleinen eine Weile beschäftigt. Hat also auch Vorteile, wenn man einen bestellwütigen Mann hat und regelmäßig DHL und Co. die Tür öffnen darf.

 

Staubsauger

Von meinem Freund, dem Staubsaugerroboter, habe ich schon das ein oder andere Mal berichtet. Er ist halt einfach super! Nicht unbedingt als Staubsauger (da ist er ok, aber ein Durchsaugen mit seinem großen Bruder, dem richtigen Staubsauger, bleibt einem nicht erspart), sondern als Kinderbeschäftigungsmaschine. Wie lustig sie es finden hinter ihm durch die Wohnung zu krabbeln, sich ihm in den Weg zu setzten, Lego u.a. auf ihn zu stellen und mit ihm mitfahren zu lassen. Sehr süß! Das bringt mir wieder ein paar Minuten, die ich mich anderem widmen kann, und wenn es nur mal eine weitere dringen notwendige Tasse Kaffee ist. Und mit viel Glück saugt der Kleine sogar tatsächlich ein paar allgegenwärtigen Krümel auf. Win-Win also.

 

Und was natürlich immer geht: leere Plastikflaschen und Basteleien aller Art aus Klorollen.

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OK. Klar muss ich auch zugeben, dass es oftmals ziemlich nervig ist, wenn Madame absolut alle Schubladen aufzieht und alles daraus heraus zieht. Wenn einfach alles rum liegt und die Bude wie explodiert aussieht ist das schon ätzend. Es kommt letztlich auf den Tag an und meine Laune, ob ich den Vorteil darin sehe, dass sie (und mein Sohn) beschäftigt sind, oder ob es mir mehr auf den Geist geht, dass vieles, was eigentlich nichts in Kinderhänden zu suchen hat, herum liegt. Über einen Mangel an Kreativität meiner Kinder muss ich mich zumindest nicht beklagen.

Und ab und zu sind ein paar freie Minuten zum Durchatmen  zu haben, sind- auch im Chaos – einfach unersätzlich.

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