Die Sache mit dem Zucker. Was geschah, als ich meinem Sohn keine Süßigkeiten mehr gab

Das hier soll kein Ratgeber-Artikel werden. Ich möchte euch nicht sagen wie es „richtig“ geht. In meinen Augen gibt es hier nämlich kein wirkliches Richtig oder Falsch. Jeder muss für sich einen Weg finden mit diesem Thema umzugehen.

Auch bin ich weder Arzt noch Chemiker noch Ernährungswissenschaftler. Wer also wissen will, was Zucker so genau eigentlich mit unserem Körper anstellt, soll diese Berufsgruppen oder unserer aller Freund Google befragen.

Ich möchte einfach nur meine ganz persönlichen Erfahrungen mit meinem Sohn mit euch teilen. Vielleicht hilft das dem ein oder anderen ja, oder vielleicht hat noch jemand andere Ideen für mich. Dann immer her damit!

Grund, warum ich überhaupt so auf dieses Thema eingehe, ist, dass ich bei meinem Sohn ganz deutlich gemerkt habe, wie der Konsum von Süßem auf sein Verhalten Auswirkung hat. Je mehr Süßes desto schlechter gelaunt und desto mehr Geheule und Gemotze hatten wir am Tag.

 

Hier meine Erfahrungen:

Mein Sohn liebt Süßigkeiten. Logisch. Wer tut das nicht. Und ich Frage bewusst „wer“ und nicht „welches Kind“, denn auch wir Erwachsen lieben Süßes. Mich eingeschlossen. Was dem einen die Zigarette zum Kaffee ist, ist mir das Stück Schokolade. Mit Schoki schmeckt der Kaffee einfach noch besser. Und wenn ich Hunger habe und wenn’s schnell gehen muss, was im Mama-Alltag eigentlich immer der Fall ist, dann ist der Schokoriegel einfach eine tolle Sache, hätte man alternativ nur eine braune Banane. Also ja, auch ich liebe Süßes und ja, ich kann absolut verstehen, dass auch mein Sohn meint ohne Süßkram nicht leben zu können.

Aber nicht, wenn er deshalb zum Kotzbrocken mutiert!

Hier die drei Varianten, die wir zum Thema Süßigkeitenkonsum durchgemacht haben:

1.) Laisser-faire

Bleib locker!, dachte ich mir. So schlimm sind ein paar Gummibärchen und Smarties am Tag nicht. Er ist immerhin schon 3 1/2 , da essen alle Kinder gerne Süßes. Passt schon. Aber je mehr neue Sachen er kennen lernte, desto mehr und häufiger verlangte er danach. Und irgendwann hatten wir dann einen richtigen Kampf deswegen. Gerne schon morgens um 6 Uhr, weil er lieber ein Überraschungsei wollte statt eines Marmeladenbrots. Gab´s natürlich nicht. Also war Geheul und Geschrei angesagt. Zum Mittagessen das selbe. ERST wollte der Mini-Mann etwas Süßes haben und DANN etwas „Richtiges“. Da mich der Kampf am Morgen ermüdet hat,habe ich zum Mittag nachgegeben. Was soll´s, dachte ich. Ist doch egal, ob er die Süßigkeit vor oder nach dem Mittagessen isst, solange er überhaupt sein Mittagessen isst. Eine Zeit lang hat das auch funktioniert. Bis der Terror wieder los ging und er nach mehr und immer mehr Süßem gefragt, nein, es GEFORDERT hat, und sein Mittagessen kaum noch angerührt hat.

Natürlich habe ich gegoogelt bis die Tasten geglüht haben, was ich jetzt am besten mache. Eine Mutter berichtetet davon, dass sie ihren Kindern erlaubt, so viel zu essen bis sie Bauchschmerzen haben, bis ihnen schlecht ist, so nach dem Motto, dann merken sie schon wie schlecht es ihnen mit Süßigkeiten geht und mäßigen sich von alleine. Bei ihr hat das anscheinend geklappt. Gratulation! Bei uns nicht. Sohnemann hat Süßigkeiten in sich rein gestopft, dass mir vom Zuschauen schlecht wurde. Ihm aber nicht. Auch keine Bauchschmerzen. Keinerlei Erziehungseffekt also. Habe das Experiment sofort wieder aufgegeben und etwas anderes probiert.

2.) Die Süßigkeitendose

Ich habe dem Süßigkeitenmonster am Morgen eine (kleine!) Dose mit Süßkram befüllt, welche er im Laufe des Tages essen dufte. Und zwar erst ab NACH dem Kindergarten. Wenn er alles auf einmal futtert, ok, Pech gehabt, wenn er sich alles bis zum Abend einteilt, auch gut. Das hat super funktioniert. Ein paar Tage lang. Dann ging der Kampf weiter, sobald die Schüssel leer war. Was gerne auch mal 10 Minuten nach Beendigung des Mittagessens war. „Mama, ich will mehr!“, rief er dann ganz ungehalten. Wenn ich ihn an unsere Abmachung erinnert habe, dass er NUR das in der Schüssel bekommt und dann ist Ende, schrie er und heulte und forderte und forderte…

3.) KEINE Süßigkeiten mehr

Wir haben das schon einmal erfolgreich gemacht (dann kam die Weihnachtszeit und hat alles beendet und er wurde wieder unausstehlich so wie vorher) und machen es jetzt wieder: Unser Sohn bekommt KEINE Süßigkeiten mehr. Klar isst er morgens sein Marmeladebrot, am Wochenende darf er sogar Nutella haben, und wenn wir irgendwo sind, wo es Süßes gibt, darf er das genau wie allen anderen natürlich auch. Aber zu Hause gilt: KEINE Süßigkeiten mehr. Nix mit Schokolade, Ü-Ei und Gummibärchen mehr.

UND ES FUNKTIONIERT! 

Er ist besser gelaunt, er weint und schimpft weniger, er ist ausgeglichener geworden, er verbringt seine Zeit damit, etwas anderes zu tun als im Sekundentakt nach Süßem zu fragen! Natürlich fragt er dennoch jeden Tag, ob er nicht doch – ausnahmsweise – etwas bekommen kann. Aber dann erkläre ich ihm, dass es ihm doch ohne besser geht, und dann ist gut. Er fragt nicht wieder und spielt ruhig weiter. Er weiß, an einem besonderen Tag bekommt er natürlich auch mal eine Süßigkeit. Daher fragt er immer wieder, wann denn ein besonderer Tag sei. Meine Antwort ist dann z.B. „An deinem Geburtstag.“ Meistens reicht das schon als Antwort (klar kennt er die zeitlichen Dimensionen noch nicht).

Aber er sitzt jetzt nicht mehr morgens um 6 schon weinend am Esstisch und schluchzt, weil er ENDLICH eine Süßigkeit haben will. Das ist passé. Und es geht ihm gut damit. Selbstverständlich achten wir darauf, dass wir uns nicht vor seinen Augen einen Schokoriegel rein stopfen. Das wäre ja Folter. Keine Sorge.

 

Für alle, denen das zu streng klingt: Kann ich verstehen. Aber ihr wart nie hier und habt erlebt, wie er minutenlang auf dem Boden liegt und heult und schimpft nur wegen eines Stücks Schokolade. Und wie er, nachdem er es hatte, direkt weiter gemotzt hat, weil er nochmal etwas wollte, und nochmal und nochmal. Das wurde immer schlimmer und hat irgendwann den ganzen Tag bestimmt.

Ich bin realistisch und weiß nicht, wie lange wir das so durchziehen können. Aber für den Moment funktioniert es.

Wer hat auch solche Geschichten zu berichten?

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