Die Katastrophenhochzeit – Teil 2

Nach allen den Jahren heiraten wir nun also endlich. Da es wegen der 2 Monate, die es gedauert hat, die Geburtsurkunde des Bräutigams aus Polen zu bekommen, nicht mehr zur eigentlich geplanten schnellen und gemütlichen Trauung noch in 2017 gekommen ist, haben wir beschlossen es dann gleich auf April zu schieben, wenn die Großeltern wegen Ostern und diverser Geburtstage eh in Deutschland sind. Geplant, gemacht. Der Termin steht nun also nach einigem behördlichen Hin und Her (siehe Die Katastrophenhochzeit – Teil 1) und jetzt geht es daran, es zu verkünden.

 

Die Ankündigung

Wie sagen wir es der Familie? „Gar nicht“, so mein Zukünftiger. Hä? Wie jetzt? Wir waren gerade auf dem Standesamt und haben einen Termin für die Trauung gemacht!  In 2 1/2 Monaten!!! Extra so,  dass die Großeltern dabei sein können und jetzt sollen wir nichts sagen? Was soll das denn jetzt?

„Lass uns noch 2 Wochen warten „, sagt der Mann ganz ruhig.

„Wieso?????“

„Weil. Vertrau mir.“

Sprachlosigkeit meinerseits. „Äh, nein“, sage ich, „das ist doch Blödsinn. Es ist doch keine Zeit mehr! Jetzt, da wir beschlossen haben zu heiraten, lass es uns der Familie sagen. Die müssen ja planen! Urlaub nehmen, Flüge buchen etc.!!!“

„Ja, aber lass uns noch warten. VERTRAU MIR!“, insistiert der Mann.

Also auch, wenn ich nicht das typische Mädchen mit ständig Shoppen und rosa Nagellack bin, so bin ich doch Mädchen genug um volle Freude verkünden zu wollen, dass es jetzt endlich soweit ist! Und dann das! Aber ok. Ich bin brav und warte. Natürlich nicht ohne ständig zu meckern, nach einer Erklärung zu verlangen, zu drängen, es jetzt zu sagen etc. Und dann schickt mir auch noch eine Freundin ein Foto ihrer Hand mit Ring! Verlobt! Und ich darf immer noch nichts sagen! Das bereitet mir fast körperliche Schmerzen.

Und dann, endlich – es sind schließlich genau 2 Wochen rum, seitdem wir auf dem Standesamt waren und meine Bereitschaft zu schweigen definitiv am Ende – da ist auch der Mann soweit es zu verkünden. Und zwar deshalb:

Der Antrag

Verliebt, verlobt, verheiratet, Kinder. So der klassische und vielleicht mittlerweile etwas altmodische Weg. Heutzutage geht das eher so: verliebt, schwanger, Heiratsantrag/ verlobt, verheiratet, Geburt. Bei uns geht das nochmal anders: verliebt, schwanger, Geburt 1, schwanger, Geburt 2, Hochzeit terminiert und DANN der Antrag. Ohne Witz!

Ein Antrag muss sein, mein der Mann, und stört sich nicht daran, dass er da die Reihenfolge etwas vertauscht. Normal: Erst Antrag, dann aufs Amt um den Termin festzulegen. Bei uns: Termin festgelegt, 2 Wochen später kommt der – überfällige und verspätete -Antrag.

Mittwoch Abend. 2 müde Kinder, ich wurstel gerade in der Küche herum und bin platt vom Tag, da stiefelt der Mann mit einem großen Strauß Rosen in die Küche und fällt auf die Knie. Könnte ja süß sein, wenn nicht etwas ungeschickt, so in der Küche samt 2 übermüdeter Kinder. Und prompt fängt der Sohn zu heulen an und übertönt die 2 Sätze, die der Mann antragsmäßig rausdrücken will, weil er mit der Schachtel un dem Ring spielen möchte, den er für den Papa netterweise tragen durfte und jetzt eigentlich der Mama geben soll. Will er aber nicht. Rosen schnell abgelegt und die Schachtel dem Sohn entwendet, bevor die Kostbarkeit in seinen kleinen Patschehänden zerstört wird. Das war der Antrag.

Ich glaube der Mann wollte sowas sagen wie „Willst du meine Frau werden?“, so in etwa konnte ich das im Geschrei von seinen Lippen ablesen. Was soll ich antworten? Nein? vielleicht? Wir waren ja schon den Termin machen, also… Das süßeste an diesem „Antrag“ ist, dass mein Mann tatsächlich saunervös ist und schwitzt! Lustig! Ich honoriere das sehr.

Der Ring ist übrigens wuuuuunderschön. Und ganze 4 Nummern zu groß. Seither liegt er beim Juwelier zum Kleinermachen.

Warum jetzt die 2 Wochen warten? Tja, wer´s noch nicht gemerkt hat: bei uns geht erstens nichts schnell und zweitens nicht normal. Mann hätte einen Ring beim Juwelier kaufen können. Hat er aber nicht. Er hat sich erstmal monatelang schlau gemacht und weiß jetzt alles über Legierungen und Diamanten, so dass er sich jetzt eigentlich als Juwelier selbständig machen könnte. Er hat also nicht einfach einen Ring im Laden gekauft, sondern sich einen aus dem Ausland schicken lassen. Und da das nicht wie bei Amazon läuft: heute bestellt, morgen da, hat das ganze dann halt Wochen gedauert und der Ring kam just in time an diesem Mittwoch an. Naja. Aber: es hat sich gelohnt. Der Ring ist perfekt. Ich liiiiiebe ihn!

Jetzt durfte endlich die Familie informiert werden.

Die erste Frage von sowohl meiner Mutter als auch meinen Schwiegervater: „Bist du schwanger?“ So als wären die ersten beiden Kinder nicht Grund genug gewesen zu heiraten. Nein, erst das dritte Kind scheint es zu sein. Und nein, ich bin nicht schwanger!

Kleines Schmankerl: Der große Strauß Rosen enthielt für jedes gemeinsame Jahr 1 Rose. Eigentlich. Denn irgendwie hat sich auf dem Weg vom Blumenladen bis zu uns nach Hause eine Rose klammheimlich ins Nirvana verabschiedet.

 

Die Gäste

Folgendes Gespräch haben wir seit Oktober, seit dem Beschluss, dass wir heiraten werden, so oder so ähnlich an die hundert mal geführt:

Ich: „Wie machen wir´s? Gehen wir mit den Kindern schnell aufs Standesamt und fertig, oder?“

Er: „Ja, das reicht. Oder wir machen´s dann, wenn meine Großeltern eh in Deutschland sind, dann laden wir halt noch die Familie ein.“

Ich: „Ok. Dann halt erst Anfang April. Aber dann mit der engen Familie. Passt.“

Auf dem Amt gewesen, Termin festgelegt. Seither läuft das Gespärch so:

Ich: „Wir sind in Summe 15 Leute. Das wird eine gemüliche Feier.“

Er: „Ja. Oder, wenn wir dann jetzt doch nicht nur schnell aufs Amt gehen sondern feiern, laden wir noch ein paar mehr Leute mit ein. Cousinen und so.“

Ich: „Das werden aber dann viele. Wir hatten doch eigentlich mal vor nur zu viert aufs Amt zu gehen.“

Er: „Ja, das werden dann ein paar mehr. Dann könnten wir eigentlich auch gleich ganz groß feiern.“

Ich: „Aber der Termin ist schon Anfang April! Das kriegen wir nie und nimmer groß hin!“

Er: „Stimmt. Dann doch nur mit der engen Familie. Wobei? Dann könnten wir schon auch die Cousinen, Tanten und so fragen.“

Ich: „Ja, aber das ist doch GROß!! Wir wollten es doch klein halten!!“

Er: „Ok. Aber die gehören schon auch dazu. Und eigentlich können wir dann gleich ein paar mehr Leute fragen. Freunde und so.“

Ich: „ABER WIR WOLLTEN ES DOCH KLEIN HALTEN! Das ist jetzt alles zu kurzfristig!!!“

Er: „Mh. Meinst nicht wir kriegen das hin? Überlegen wir halt nochmal.“

 

Ich werde verrückt. „Überlegen wir halt nochmal.“ Der Lieblingssatz meines Mannes. Wir haben seither zig mal darüber gesprochen und uns darüber gestritten und nebenbei verrinnt die Zeit. Jetzt, 1,5 Monate vor der Trauung, sind die Einladungen immer noch nicht raus! Meine Nerven!

Es gibt ja auch nur noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen wie Menü festlegen, Kleid kaufen, Ringe besorgen, Einladungen verschicken, Tischkarten machen, Hochzeitstorte beauftragen, etc pp.

Mit Gästen ist halt ein bißchen mehr zu tun als wenn man nur mit Eltern, Geschwistern und Großeltern gemütlich Essen geht.

Ui ui ui, ihr merkt, ich bin momentan etwas gestresst 😦

 

Fortsetzung folgt….

 

 

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